Das Gebäudereiniger-Handwerk

Zahlen, Daten, Fakten

Das Gebäudereiniger-Handwerk ist das beschäftigungsstärkste Handwerk Deutschlands. Jeder 100. Arbeitnehmer in Deutschland ist im Gebäudereiniger-Handwerk tätig! Leistungsstarke, qualitätsorientierte Betriebe, deren Angebotsspektrum sich entsprechend der Anforderungen des Marktes ständig erweitert hat, haben das Gebäudereiniger-Handwerk zu einem modernen Dienstleistungshandwerk, einem wichtigen Wirtschaftsfaktor und zu einem interessanten Arbeitgeber mit sicheren Arbeitsplätzen gemacht.

Demnach betrug die Zahl der in der Gebäudereinigung tätigen Personen im Jahr 20121 616.894 und lag damit um 2,6 Prozent über dem Vorjahr. Ganz überwiegend ist dies auf den weiteren Ausbau der voll sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse zurückzuführen, deren Zahl um rund 3,8 % anstieg, während diejenige der so genannten geringfügig Beschäftigten weiter zurückging. Hochrechnungen für die Jahre 2013 bis 20152 lassen mit einem leichten Rückgang der Gesamt-Beschäftigtenzahl auf dann rund 604 Tausend Beschäftigte rechnen. Der bereits seit einigen Jahren zu beobachtende Trend des Ausbaus der voll sozialversicherungspflichtig Beschäftigten scheint sich dabei zu stabilisieren.

Die Anzahl der Unternehmen nahm im Jahr 2012 um fast 7 Prozent auf dann 19.460 zu. Auch wenn dies sicher ein beachtlicher Zuwachs innerhalb eines Jahres ist, entspricht er angesichts der Entwicklung der Vorjahre, in denen teilweise bis zu 30 Prozent Zunahme jährlich zu verzeichnen war, einem eher moderaten Anstieg. Die Indexzahlen für das Jahr 2013 bestätigen dies mit 5,5 Prozent; für 2014 und 2015 wird erstmals seit vielen Jahren, vor allem aber seit Wegfall des Meistervorbehalts, sogar ein leichter Rückgang um 1,5 bzw. 0,4% prognostiziert.

Die Umsatzzahlen erreichten im Jahr 2012 erstmals die 13 Milliarden-Euro-Marke. Die Branche erwirtschaftete genau 13.673.070.000 Euro. Die Indexhochrechnungen für die Jahre 2013 bis 2015 lassen davon ausgehen, dass die Absolutzahlen im Jahr 2015 nur knapp die 16 Milliarden verfehlen.
Die Branchendaten3 lauten damit wie folgt4:

1 Ergebnisse der Handwerkszählung für das Jahr 2013 werden vom Statistischen Bundesamt voraussichtlich im Sommer 2016 veröffentlicht.

2 Gemäß Fachserie 4 Reihe 7.1.1.2 des Statistischen Bundesamtes

Daten zum Gebäudereiniger-Handwerk

UnternehmenBeschäftigteUmsatz in Tsd. €
2008
14.276
549.591
11.413.331
2009
15.411
554.281
11.155.213
2010
17.059
587.485
12.433.299
2011
18.222
601.205
12.930.876
2012
19.460
616.894
13.673.070
2013
20.526
610.725
14.206.320
2014
20.214
604.007
14.774.573
201520.13015.897.440

3 Nr. der Klassifikation B1 33

4 Statistisches Bundesamt, Fachserie 4 Reihe 7.1.1.2 (2013 und 2014:  Hochrechnung anhand von Indizes)

Die Branche im internationalen Vergleich

Mit seinem Gesamtumsatz liegt der deutsche Reinigungsmarkt vom Volumen her in Europa klar an der Spitze vor Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Der regelmäßig veröffentlichte Survey über den europäischen Reinigungsmarkt des Dachverbandes der Reinigungsindustrie, EFCI, weist für das Jahr 2012 insgesamt 176.902 Betriebe mit mehr als 3,32 Millionen Beschäftigten nach. Der Umsatz dieser Betriebe in Europa lag bei 64,5 Milliarden Euro. Knapp 70 Prozent wurden von den fünf führenden Ländern in Europa (D, F, I, ES, UK) erwirtschaftet.

Europa wird nicht nur für die deutschen Gebäudereinigungsunternehmen immer wichtiger. Rund 80 Prozent aller nationalen Gesetze und Verordnungen gehen auf Brüsseler Beschlüsse zurück. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks ist aus diesem Grund seit langem Mitglied der Dachverbände EFCI (European Federation of Cleaning Industries), der Féderation International des Entreprises de Nettoyage (FIDEN), sowie des Weltverbandes World Federation of Building Service Contractors (WFBSC).

Das Gebäudereiniger-Handwerk in Deutschland

Der Gebäudereinigungsmarkt in Deutschland ist - wie in anderen europäischen Ländern - vorwiegend klein- und mittelständisch strukturiert. Das Betriebsspektrum reicht von kleinen Spezialanbietern, die Nischen auf dem Reinigungs- und Dienstleistungsmarkt ausfüllen, bis zu großen Dienstleistungsunternehmen, die sämtliche Leistungen in und an Gebäuden anbieten und in Einzelfällen bis zu 40.000 Beschäftigte haben. Kleinbetriebe mit weniger als 500.000 Euro Jahresumsatz stellen bei weitem die größte Zahl der Unternehmen dar (rund 80 %), sie realisieren aber nur rund 15 Prozent des Branchenumsatzes. In der obersten Größenklasse ab fünf Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften rund zwei Prozent der Unternehmen über 46 Prozent des Branchenumsatzes. In der mittleren Umsatzgrößenklasse zwischen 500.000 und 5 Millionen Euro Jahresumsatz entfallen auf knapp 17 Prozent der Unternehmen knapp 39 Prozent Umsatzanteil.

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks vertritt die Interessen seiner 2.500 Mitgliedsbetriebe, die jedoch etwa 90 Prozent des vergebenen Reinigungsmarktes in Deutschland abdecken - eines Marktes, der zumindest im Bereich der Gebäudereinigung bei gewerblichen Kunden weitgehend ausgeschöpft ist. Das belegt eine SINUS-Marktstudie, die vom Bundesinnungsverband veranlasst wurde. So ist Unterhaltsreinigung bei diesem Kundenkreis bereits zu 79 Prozent, Fenster- und Glasreinigung gar zu 92 Prozent ausgelagert. Dies ist für die Gebäudereinigungsunternehmen einer der Gründe, ihr Leistungsangebot gezielt zu erweitern und so neue Märkte zu erschließen bzw. zu sichern.

Entwicklung des Reinigungsmarktes

Die gezielte und koordinierte Ausweitung der Leistungsangebote resultiert in den umfassenden Dienstleistungspaletten, die bei den Betrieben heute von den infrastrukturellen Zusatzdienstleistungen (Hol- und Bringedienste, Catering-Services, Pförtner- und Hausmeisterdienste, etc.) über modernes Gebäude- bis zum ganzheitlichen Facility Management reichen. Schon die 2007 erschienene Zukunftsstudie des Instituts der Deutschen Wirtschaft identifizierte „Unternehmensbezogene Dienste“ als Nummer 1 unter den Top-Boom- und Zukunftsbranchen. Auch dies ist ein Grund für die Weiterentwicklung der Branche von der klassischen Gebäudereinigung zum Facility Management. Im Zusammenspiel mit den Kernkompetenzen ‚Management von Aufgaben’, ‚Management von Arbeiten’ und ‚Management von Menschen’ kristallisiert sich das neue Image der Branche immer deutlicher heraus. Fünf der Top-10-Betriebe im Facility Management haben inzwischen ihren Ursprung im Gebäudereiniger-Handwerk; dies belegt eindeutig den Stellenwert der Branche.

Diesen Stellenwert bestätigt auch das Branchenporträt Gebäudereinigung, erstellt von Prof. Michael Grömling vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Die Studie verdeutlicht die vielfältigen Funktionen der Branche, die Dynamik und Stärke des modernen Dienstleistungs-Handwerks Gebäudereinigung, die die Branche zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben dringend benötigt. Die Diversifizierung der Leistungsangebote der Betriebe hat auch zu einem verbesserten Image in der Öffentlichkeit beigetragen. Langsam, aber kontinuierlich wandelt sich das Bild der Branche - von der “Putzkolonne” zum qualifizierten Handwerks- und Dienstleistungsbetrieb.

Aus- und Weiterbildung

Zu diesem Bild tragen auch die vielen qualifizierten Beschäftigten bei. Der vielseitige Beruf des Gebäudereinigers ist ein anspruchsvoller Ausbildungsberuf. Die komplexe duale Ausbildung dauert drei Jahre. Neben der klassischen Gesellenausbildung und den vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten zum/zur Meister/in bietet sich Interessierten und Engagierten im Gebäudereiniger-Handwerk ein weiterer Karriereweg an: ein Ingenieur-Studium (FH) Reinigungs- und Hygienemanagement an Hochschulen.