Tarifabschluss im Gebäudereiniger-Handwerk mit klarem Bekenntnis für tariflichen Mindestlohn erzielt

Mit dem Tarifabschluss für die 600.000 Beschäftigten der Gebäudereiniger-Branche haben die Arbeitgeber ein klares Bekenntnis zum tariflichen Mindestlohn abgelegt. „Wir haben den Mindestlohn bereits zu einer Zeit eingeführt, als die Politik noch darüber diskutierte. Nun haben wir abermals bekräftigt, dass wir für eine Tarif­vereinbarung im Gebäudereiniger-Handwerk stehen“, betonten der Vorsitzende der Tarif­kommission des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks, Thomas Conrady, und Verbandsgeschäftsführer Johannes Bungart am Freitag in Bonn in einer gemeinsamen Erklärung.

Das Tarifabkommen tritt zum 1. Januar 2016 in Kraft und gilt zwei Jahre. Die Lohn­erhöhungen erfolgen jeweils zum Jahreswechsel 2016 und 2017. Mit dem neuen Tarifvertrag erhalten die Mitarbeiter in Westdeutschland in der Endstufe 10 Euro pro Stunde - 1,50 Euro mehr, als es der gesetzliche Mindestlohn vorsieht. Die Bezah­lung der ostdeutschen Beschäftigten wird mit 9,05 Euro je Stunde ebenfalls deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen.

Die Tarifanhebung in Lohngruppe 1, der rund 75 Prozent der Beschäftigten bundes­weit angehören, liegt im ersten Schritt bei 2,6 Prozent in West- und bei 2,4 Prozent in Ostdeutschland. Zum 1. Januar 2017, wenn die zweite Stufe in Kraft tritt, beträgt das Lohnplus 2,0 im Tarifgebiet West bzw. 4,0 Prozent im Tarifgebiet Ost. Bei der Ost-West-Angleichung geht es ebenfalls weiter voran. Sie liegt ab 2017 bei 90,5 Prozent. Auch die übrigen Beschäftigten bekommen durch den Abschluss mehr Lohn in ähnlicher Größenordnung.

Der Bundesinnungsverband hatte sich in Frankfurt (Main) nach 18-stündigen Verhandlungen mit der IG BAU auf einen neuen Lohntarifvertrag geeinigt. Conrady erklärte: „Wir Arbeitgeber haben von Beginn an gesagt: Wir möchten eine Einigung, die zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung passt. Mit dem jetzt erzielten Kompromiss sind wir exakt an die Grenze der Belastbarkeit für unsere Unternehmen gegangen. Unser Ziel war es, sowohl eine tarifvertragslose Zeit als auch einen Streik zu vermeiden. Das ist gelungen. Ich begrüße, dass sich die IG BAU konstruktiv an der Konsenssuche beteiligt hat. Die Einigung gibt allen 600.000 Beschäftigten unserer Branche, den Unternehmen und Kunden Rechtssicherheit.“