Das Gebäudereiniger-Handwerk

Zahlen, Daten, Fakten

Die Gebäudereinigung ist die beschäftigungsstärkste Handwerksbranche Deutschlands mit nahezu 700.000 Beschäftigten. Die Anzahl der Betriebe wächst seit Jahren konstant, bei den Umsätzen bewegen sich die Zahlen auf die 20-Milliarden-Grenze zu.

UnternehmenBeschäftigteUmsatz in Tsd. €
200814.276549.59111.413.331
200915.411554.28111.155.213
201017.059587.48512.433.299
201118.222601.20512.930.876
201219.460616.89413.673.070
201319.823623.76114.110.166
201421.309641.68114.872.961
201521.400652.37915.286.066
201621.400664.77416.342.430
201722.729682.07417.743.856
201823.684673.88918.808.487
201924.60619.673.678

[Quelle: Statistisches Bundesamt, Hochrechnung auf Basis von Indexzahlen, * Nr. der Klass. B133, Ergebnisse der Handwerkszählung des Statistischen Bundesamtes stehen als absolute Zahlen nur bis 2017 zur Verfügung. Ab 2018 erfolgen Hochrechnungen auf Basis von Indexzahlen, soweit vorhanden.]

Die Branche im internationalen Vergleich

Mit seinem Gesamtumsatz liegt der deutsche Reinigungsmarkt vom Volumen her in Europa klar an der Spitze vor Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Der regelmäßig veröffentlichte Survey über den europäischen Reinigungsmarkt des Dachverbandes der Reinigungsindustrie, EFCI, weist für das Jahr 20141 insgesamt 171.560 Betriebe mit mehr als 3,39 Millionen Beschäftigten nach. Der Umsatz dieser Betriebe in Europa lag bei 73,9 Milliarden Euro. Etwa 72 Prozent wurden von den fünf führenden Ländern in Europa (D, F, UK, I, ES) erwirtschaftet.

Europa wird nicht nur für die deutschen Gebäudereinigungsunternehmen immer wichtiger. Rund 80 Prozent aller nationalen Gesetze und Verordnungen gehen auf Brüsseler Beschlüsse zurück. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks ist aus diesem Grund seit langem Mitglied der Dachverbände EFCI (European Federation of Cleaning Industries), der Féderation International des Entreprises de Nettoyage (FIDEN), sowie des Weltverbandes World Federation of Building Service Contractors (WFBSC).

1 Das nächste EFCI-Survey mit Daten aus dem Jahr 2016 wird für Ende 2018 erwartet.

Das Gebäudereiniger-Handwerk in Deutschland

Der Gebäudereinigungsmarkt in Deutschland ist - wie in anderen europäischen Ländern - vorwiegend klein- und mittelständisch strukturiert. Das Betriebsspektrum reicht von kleinen Spezialanbietern, die Nischen auf dem Reinigungs- und Dienstleistungsmarkt ausfüllen, bis zu großen Dienstleistungsunternehmen, die sämtliche Leistungen in und an Gebäuden anbieten und in Einzelfällen bis zu 40.000 Beschäftigte haben. Kleinbetriebe mit weniger als 500.000 Euro Jahresumsatz stellen bei weitem die größte Zahl der Unternehmen dar (rund 80 %), sie realisieren aber nur rund 15 Prozent des Branchenumsatzes. In der obersten Größenklasse ab fünf Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften rund zwei Prozent der Unternehmen über 46 Prozent des Branchenumsatzes. In der mittleren Umsatzgrößenklasse zwischen 500.000 und 5 Millionen Euro Jahresumsatz entfallen auf knapp 17 Prozent der Unternehmen knapp 39 Prozent Umsatzanteil.

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks vertritt die Interessen seiner 2.500 Mitgliedsbetriebe, die jedoch etwa 90 Prozent des vergebenen Reinigungsmarktes in Deutschland abdecken - eines Marktes, der zumindest im Bereich der Gebäudereinigung bei gewerblichen Kunden weitgehend ausgeschöpft ist. Das belegt eine SINUS-Marktstudie, die vom Bundesinnungsverband veranlasst wurde. So ist Unterhaltsreinigung bei diesem Kundenkreis bereits zu 79 Prozent, Fenster- und Glasreinigung gar zu 92 Prozent ausgelagert. Dies ist für die Gebäudereinigungsunternehmen einer der Gründe, ihr Leistungsangebot gezielt zu erweitern und so neue Märkte zu erschließen bzw. zu sichern.

Entwicklung des Reinigungsmarktes

Die gezielte und koordinierte Ausweitung der Leistungsangebote resultiert in den umfassenden Dienstleistungspaletten, die bei den Betrieben heute von den infrastrukturellen Zusatzdienstleis­tungen (Hol- und Bringedienste, Catering-Services, Pförtner- und Hausmeisterdienste, etc.) über modernes Gebäude- bis zum ganzheitlichen Facility Management reichen. Schon die 2007 er­schie­nene Zukunftsstudie des Instituts der Deutschen Wirtschaft identifizierte „Unternehmens­bezogene Dienste“ als Nummer 1 unter den Top-Boom- und Zukunftsbranchen. Auch dies ist ein Grund für die Weiterentwicklung der Branche von der klassischen Gebäudereinigung zum Facility Management. Im Zusammenspiel mit den Kernkompetenzen ‚Management von Aufgaben’, ‚Ma­na­ge­ment von Arbeiten’ und ‚Management von Menschen’ kristallisiert sich das neue Image der Branche immer deutlicher heraus. Fünf der Top-10-Betriebe im Facility Management haben in­zwi­schen ihren Ursprung im Gebäudereiniger-Handwerk; dies belegt eindeutig den Stellenwert der Branche.

Diesen Stellenwert bestätigt auch das Branchenporträt Gebäudereinigung, erstellt von Prof. Michael Grömling vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Die Studie verdeutlicht die vielfältigen Funktionen der Branche, die Dynamik und Stärke des modernen Dienstleistungs-Handwerks Gebäudereinigung, die die Branche zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben dringend benötigt. Die Diversifizierung der Leistungsangebote der Betriebe hat auch zu einem verbesserten Image in der Öffentlichkeit beigetragen. Langsam, aber kontinuierlich wandelt sich das Bild der Branche - von der “Putzkolonne” zum qualifizierten Handwerks- und Dienstleistungsbetrieb.

Aus- und Weiterbildung

Zu diesem Bild tragen auch die vielen qualifizierten Beschäftigten bei. Der vielseitige Beruf des Gebäudereinigers ist ein anspruchsvoller Ausbildungsberuf. Die komplexe duale Ausbildung dau­ert drei Jahre. Neben der klassischen Gesellenausbildung und den vielfältigen Weiter­bildungs­möglichkeiten zum/zur Meister/in bietet sich Interessierten und Engagierten im Gebäudereini­ger-Handwerk ein weiterer Karriereweg an: ein Ingenieur-Studium Reinigungs- und Hygienemanagement an Hochschulen.