Die Tarifverhandlungen im Gebäudereiniger-Handwerk sind heute in Köln in die zweite Runde gegangen. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) legte dabei erstmals ein Angebot für eine Laufzeit von 24 Monaten vor: Das Angebot sieht vor, dass der neue Tarifvertrag zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Die erste Entgelterhöhung in der Lohngruppe 1 um 1,8 Prozent soll zum 1. Mai 2027 wirksam werden. Zum 1. Januar 2028 ist eine weitere Anhebung um 1,6 Prozent vorgesehen. Damit trägt der BIV der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Situation und den erheblichen Belastungen für die Betriebe Rechnung. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hielt an ihrer Forderung nach einer Entgelterhöhung von mehr als 13 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fest. Die Sitzung wurde ergebnislos nach rund vier Stunden beendet. Dritter Verhandlungstermin ist am 3. November in Köln.
Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Verhandlungskommission Christian Kloevekorn:
„Wir haben ein Angebot mit Augenmaß und Stabilität vorgelegt – verantwortungsvoll und tragfähig mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und die derzeitigen wirtschaftlichen Realitäten.
Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage und weiter steigender Sozialversicherungsbeiträge sieht unser Vorschlag zunächst eine viermonatige Übergangsphase zur Stabilisierung vor. Die Löhne würden bis zum 30. April 2027 auf dem Niveau von 2026 fortgeschrieben. Die erste Entgelterhöhung von 1,8 Prozent würde zum 1. Mai 2027 wirksam, die zweite von 1,6 Prozent zum 1. Januar 2028.
Wir bieten 3,4 Prozent mehr Lohn innerhalb von 24 Monaten an, während die Gewerkschaft weiterhin mehr als 13 Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten fordert. Das zeigt, wie groß der Abstand zwischen den Vorstellungen beider Tarifparteien derzeit noch ist.
Wir sind bereit, die Verhandlungen konstruktiv fortzusetzen. Zugleich erwarten wir, dass die Gewerkschaft die Zeit bis zur nächsten Tarifrunde nutzt, um ihre Forderungen an die wirtschaftlichen Realitäten anzupassen und damit den Weg für eine tragfähige Einigung zu ebnen.“






