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Kein „Gewerkschaftsbonus“ im Gebäudereiniger-Handwerk – Angespannte Wirtschaftslage zwingt Unternehmensverband zum vorzeitigen Abbruch der Tarifgespräche

21.01.2026

Zur Lohntarif-Einigung im November 2024 hat die Zusage beider Sozialpartner gehört, sich ab November 2025 zu Gesprächen über eine mögliche Jahressonderzahlung für IG-BAU-Mitglieder zu treffen. Dieser sog. „Gewerkschaftsbonus“ beträfe ausschließlich Reinigungskräfte, die sowohl IG-BAU-Mitglied sind als auch in einem Innungsbetrieb arbeiten. Rund ein Jahr lang hat der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) in seinen Gremien beraten, gefolgt von der ersten Tarifrunde im November 2025 in Frankfurt am Main. Nach weiteren internen Diskussionen hat die zuständige BIV-Tarifkommission nun einstimmig beschlossen: ein zweites Treffen zwischen    IG BAU und BIV wird es nicht geben. Nach Jahren der Rezession und Stagnation sind weitere finanzielle Belastungen für die Unternehmen ohne spürbare wirtschaftliche Erholung schlicht unverantwortlich, warnt der Unternehmensverband.

Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn:

„Bereits die erste Verhandlungsrunde hat unmissverständlich gezeigt, dass die IG BAU die wirtschaftliche Realität vieler Betriebe ausblendet. Trotz fortgesetzter Stagnation, massiv gestiegener Kosten und erheblicher wirtschaftlicher Unsicherheiten hält die Gewerkschaft an Forderungen fest, die unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht verantwortbar sind.

Damit fehlt jede tragfähige Grundlage für sachgerechte und zielführende Tarifgespräche. Vor diesem Hintergrund haben wir nach intensiven internen Diskussionen diese Tarifrunde bewusst und auf Grundlage eines einstimmigen Beschlusses unserer Gremien beendet.

Die Betriebe stehen derzeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Zusätzliche tarifliche Belastungen sind nicht darstellbar. Wer diese Realität ignoriert, gefährdet nicht nur einzelne Unternehmen, sondern auch Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stabilität der gesamten Branche.“

Gebäudereiniger-Handwerk: Abschaffung der telefonischen Krankschreibung überfällig // Bundesinnungsmeister kontert Hausärztechef: „Wichtige Erkenntnisse aus der Betriebspraxis sind keine Arbeitgebermärchen“

21.01.2026

In der aktuellen Debatte über die telefonische Krankschreibung unterstützen die Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks die Position des Bundeskanzlers und der Bundesgesundheitsministerin ausdrücklich: die kritische Überprüfung der telefonischen Krankschreibung! Die Gebäudereinigung stellt mit rund 700.000 Beschäftigten Deutschlands personalintensivstes Handwerk dar. Bereits in seiner exklusiven Konjunkturumfrage im Herbst 2024 hat der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) aufgrund konkreter Branchenzahlen die Negativentwicklung in seinen Betrieben aufgezeigt und in Folge die Abschaffung des Instruments gefordert. Diese Zahlen sind weiterhin aktuell: Bei 71,3 Prozent der befragten Unternehmen hat sich der Krankenstand nach Entfristung der telefonischen Krankschreibung Ende 2023 erhöht. 33,3 Prozent der betroffenen Betriebe geben konkret an, der Krankenstand habe sich um bis zu 10 Prozent erhöht. 22,4 Prozent nennen eine Größenordnung von bis zu 20 Prozent, 7,5 Prozent geben eine Erhöhung um bis zu 30 Prozent an.

Hierzu erklärt Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks:

„Die telefonische Krankschreibung war ein kluges Krisen-Instrument der Pandemie, um persönliche Kontakte und Ansteckungen zu minimieren. Da es diese Krise nicht mehr gibt, ist auch die Abschaffung dieses Kriseninstruments überfällig.

Den Gesundheitszustand präzise am Telefon festzustellen, ist unmöglich. Insofern wird die telefonische Krankschreibung zum Ersten den Patienten nicht gerecht. Zum Zweiten war die telefonische Krankschreibung nie als Bürokratie-Abbau-Instrument innerhalb des Gesundheitssystems konzipiert, wie der Hausärztechef behauptet. Zum Dritten unterstreichen unsere Branchenzahlen konkret und beispielhaft, dass die telefonische Krankschreibung die Krankenstände in die Höhe treibt. Insofern sind das wichtige Erkenntnisse aus der Betriebspraxis und keine ‚Arbeitgebermärchen‘, wie der Hausärztechef behauptet.

Mit Blick auf beide Seiten – die Beschäftigten und die Unternehmen – ist die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung längst überfällig. Insofern unterstützen wir sehr, dass der Bundeskanzler und die Bundesgesundheitsministerin das Thema so prominent auf ihre politische Agenda setzen.“

Tariflöhne im Gebäudereiniger-Handwerk steigen zum Jahreswechsel 2026

29.12.2025

Mit dem neuen Jahr gibt es in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk auch höhere Löhne. Insgesamt verfügt die Branche über neun Tarifgruppen. Zwei davon sind als Branchenmindestlöhne allgemeinverbindlich – damit gelten diese ausnahmslos für alle gewerblichen Reinigungskräfte in Deutschland.

Der Branchenmindestlohn in der Einstiegs-Lohngruppe (LG 1) steigt um rund 5,3 Prozent von 14,25 Euro auf 15 Euro. Der Abstand zwischen dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn (ab 2026: 13,90 Euro) und den Einstiegslöhnen für Ungelernte in der Gebäudereinigung beträgt damit fast 8 Prozent.

Der zweite Branchenmindestlohn für Fachkräfte (Lohngruppe 6) erhöht sich um rund 4,3 Prozent von 17,65 Euro auf 18,40 Euro.

Die Azubivergütungen im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr liegen im Gebäudereiniger-Handwerk weiterhin bei 1.000, 1.150 bzw. 1.300 Euro.

Das Gebäudereiniger-Handwerk hat einen unbefristeten allgemeinverbindlichen Rahmentarifvertrag. In diesem sind u. a. 30 Urlaubstage, Zuschlagsregeln für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Erschwernis- und Belastungszuschläge vorgesehen.

In der Gebäudereinigung bekommen Mitglieder der IG BAU, die gleichzeitig in Innungsbetrieben arbeiten, bereits seit 2007 ein zusätzliches Urlaubsgeld als Gewerkschaftsbonus. Die Höhe beträgt 1,85 Stundenlöhne pro Urlaubstag. Aktuell verhandelt der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) mit der IG BAU über einen zweiten Gewerkschaftsbonus. Dabei fordert die IG BAU eine zusätzliche Jahressonderzahlung für Mitglieder. Der BIV dagegen verweist auf den schlechten konjunkturellen Kontext in Deutschland.

Tarifgespräche über einen zweiten Gewerkschaftsbonus im Gebäudereiniger-Handwerk | Arbeitgeberseite: „Inhaltliche Differenzen könnten größer kaum sein“

24.11.2025

Zur Lohntarif-Einigung im November 2024 hat auch die Zusage beider Tarifpartner gehört, sich ab November 2025 zu Gesprächen über einen möglichen zweiten Gewerkschaftsbonus zu treffen. Gemeint ist damit ein Bonus für Reinigungskräfte, die sowohl Gewerkschaftsmitglied sind als auch in einem Innungsbetrieb arbeiten. Einen solchen Bonus gibt es bereits seit 2007 – und zwar erhalten Reinigungskräfte, die IG-BAU-Mitglied sind, ein zusätzliches Urlaubsgeld (Details siehe unten). Die erste Gesprächsrunde hat heute in Frankfurt am Main stattgefunden. Dabei hat die Gewerkschaft eine zusätzliche Jahressonderzahlung für Mitglieder gefordert. Die Verhandlungen sind nach rund drei Stunden ergebnislos auf Januar 2026 vertagt worden.

Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn:

„Wie vereinbart, stehen wir als verlässliche Tarifpartner zu unserem Wort. Wir haben der IG BAU Gespräche zugesagt, aber weder Zugeständnisse noch einen Abschluss.

Wir haben heute vor allem auf den schlechten konjunkturellen Kontext in Deutschland hingewiesen: Eine seit Jahren stagnierende Wirtschaft, schwache Geschäftsaussichten, ein angespanntes Marktumfeld in der Gebäudereinigung sowie ein Tarifabschluss, der mit rund 11 Prozent für 2025 und 2026 in der größten Lohngruppe bereits an die Schmerzgrenze ging. Der Einstiegslohn steigt zum 1.1.2026 um 5,3 Prozent auf 15 Euro.

Das heutige Gespräch hat gezeigt, wie weit die IG BAU mit ihren Forderungen von der wirtschaftlichen Realität entfernt ist. Die inhaltlichen Differenzen könnten größer kaum sein und konnten heute bei weitem nicht ausgeräumt werden.“

Foto (Quelle BIV)

Tarif-Fakten zum Gebäudereiniger-Handwerk

  • Das Gebäudereiniger-Handwerk hat einen geltenden Lohn- bzw. allgemeinverbindlichen Mindestlohntarifvertrag bis Ende 2026: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/die-branche/tarifpolitik/#intro
  • Die Gebäudereinigung hat nichts mit dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn zu tun. Aktuell beträgt der Abstand zwischen Einstiegslohn in der Gebäudereinigung (14,25 €) und gesetzlichem Mindestlohn (12,82 €) rund 11 %.
  • In der Gebäudereinigung bekommen IG-BAU-Mitglieder, die in Innungsbetrieben arbeiten, bereits seit 2007 ein zusätzliches Urlaubsgeld als Gewerkschaftsbonus. Die Höhe beträgt 1,85 Stundenlöhne pro Urlaubstag. Dies entspricht bei einer Vollzeitstelle einer Summe von 790 Euro in der Einstiegslohngruppe (14,25 Euro pro Stunde).
  • Die Stimmung im Gebäudereiniger-Handwerk ist und bleibt angespannt, wie die aktuelle Herbstkonjunkturumfrage 2025 zeigt: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/presse-und-kommunikation/
  • Die Inflation lag in den vergangenen zehn Jahren (2015 bis 2024) in Summe bei 24 %. Im Jahr 2025 liegt die Inflation (bis Oktober) bisher bei 2,2 %.
  • Die Tariflohnerhöhungen im Gebäudereiniger-Handwerk lagen im selben Zeitraum um ein Vielfaches höher als die Inflation: in Summe bei fast 74 % im Osten (2015: 8,21 € – 2025: 14,25 €) bzw. rund 49 % im Westen (West 2014: 9,55 € – 2025: 14,25 €).
  • Das Gebäudereiniger-Handwerk hat einen unbefristeten allgemeinverbindlichen Rahmentarifvertrag. In diesem sind unter anderem geregelt: 30 Urlaubstage, Zuschlagsregeln für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit in Höhe von 30 bis 200 Prozent, Erschwernis- sowie Belastungszuschlag: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/die-branche/tarifpolitik/

Deutsche Meisterschaft im Gebäudereiniger-Handwerk 2025 | Lea-Marie Kosakow holt für Sachsen den Bundessieg

06.11.2025

Mehr als 100 Gewerke beteiligen sich jedes Jahr an Europas größtem Berufswettbewerb: der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk“! Natürlich auch die Gebäudereinigung als beschäftigungsstärkstes Handwerk in Deutschland. Das heutige Bundesfinale im „Heide Park Resort“ im Niedersächsischen Soltau konnte die 26-jährige Lea-Marie Kosakow für sich entscheiden. Sie setzte sich nach drei Prüfungsaufgaben gegen neun Junggesellinnen und Junggesellen durch. Teilnahmeberechtigt sind Gesellinnen und Gesellen, die ihre Prüfung mit mindestens „gut“ abgeschlossen, zum Zeitpunkt der Prüfung das 27. Lebensjahr noch nicht überschritten und sich zuvor in den Länderwettbewerben als Erste durchgesetzt haben.

Die gebürtige Berlinerin Lea-Marie Kosakow hat nach dem Abitur ihre zwei-jährige Ausbildung in einem Innungsbetrieb im sächsischen Schneeberg erfolgreich abgeschlossen und lebt im Erzgebirge. Ihr nächstes erklärtes Karriereziel ist der Meistertitel.

Zweiter Bundessieger wurde Erik Gaus aus Niedersachsen (24) vor David Fiegenbaum aus Nordrhein-Westfalen (23). Die drei Wettbewerbsbesten erhalten den mit insgesamt 4.500 Euro dotierten Carl-Gegenbauer-Preis des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Zudem kämpfen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im kommenden Jahr um den mit 2.000 Euro dotierten „Newcomerpreis“.

Austragungsort war das „Heide Park Resort“ in Soltau, Deutschlands zweitgrößter Themen- und Freizeitpark. Unter den Augen der zehnköpfigen Jury ging es in dem rund achtstündigen Wettbewerb um Bestleistungen an drei Stationen: die maschinelle Reinigung einer Pool-Landschaft sowie einer Karussell-Gondel mittels Melaminpads, zudem um die Hochdruck-Reinigung der Führungsschienen einer Katapult-Achterbahn unter Einsatz von Teleskop-Hebebühnen.

Während die „Deutsche Meisterschaft“ im vergangenen Jahr im „Roten Rathaus“ in Berlin ausgetragen wurde, verwies BIV-Vorstandsmitglied Matthias Stenzel im Rahmen der heutigen Siegerehrung auf den besonderen Austragungsort: „Er zeigt, wie vielseitig, innovativ und professionell unser Handwerk ist. Wir richten heute die Scheinwerfer auf die besten Köpfe unserer Branche – und in diesem Jahr tun wir das in einem ganz besonders ‚rasanten‘ Rahmen dieses Freizeitparks!“

Zu den besten Gesellinnen und Gesellen Deutschlands sprachen im Rahmen der Siegerehrung zudem der niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Mike Schneider, Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages, sowie Frank Bleitner, Landesinnungsmeister von Niedersachsen.

Foto (Quelle: BIV/Philipp Steiger), von links: Matthias Stenzel, Erik Gaus, Lea-Marie Kosakow, David Fiegenbaum, Frank Bleitner, Grant Hendrik Tonne

Herbst-Konjunkturumfrage 2025 | Stimmung im Gebäudereiniger-Handwerk bleibt angespannt – Sonder-Umfrage: ein Drittel der Arbeitszeit nur für Bürokratiebewältigung

28.10.2025

Die Stimmung in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk bleibt angespannt. Das ist das Ergebnis der heute veröffentlichten Herbst-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Seit 2019 präsentiert der Unternehmens-Verband zweimal im Jahr exklusiv seine Daten. Demnach blicken 23,1 % der befragten Unternehmen (Frühjahr 2025: 24,3 %) auf das laufende Geschäftsjahr mit positiver Prognose. Eine Mehrheit von 52,6 % (Frühjahr 2025: 48,2 %) dagegen geht nur von gleichbleibenden Geschäften aus. 24,3 % (Frühjahr 2025: 27,5 %) blicken mit negativen Vorzeichen auf 2025. Der Ausblick auf 2026 fällt deutlich pessimistischer aus (s.u.). Fokusthema der Herbst-Umfrage ist der Bereich Bürokratie.

Die befragten Unternehmen bewerten den Einfluss der Bürokratie in Deutschland auf das unternehmerische Handeln mit 8,0 (von 10) Negativpunkten deutlich kritisch. So geben fast zwei Drittel der Betriebe (62,4 %) an, für die Bewältigung der Bürokratievorgaben Extra-Personal eingestellt zu haben.

Bürokratie kostet Geld und Zeit
Der konkrete Zeitaufwand im Verwaltungsapparat und im kaufmännischen Bereich der Unternehmen wird unterschiedlich eingeschätzt, ist in Summe aber ein massiver Posten: rund ein Fünftel der Betriebe (20,9 %) gibt an, dass das Personal 50 Prozent und mehr der Arbeitszeit nur mit Bürokratievorgaben verbringt, 11,9 % sprechen von 40 bis 45 % der Arbeitszeit, 26 % nennen eine Größenordnung von 30 bis 35 Prozent, 26,7 % von 20 bis 25 %. Der Mittelwert aller Antworten liegt bei rund 32 Prozent.

„Es ist alarmierend, dass sich der Arbeitstag unserer Beschäftigten in den Firmenzentralen zu einem Drittel nur um Bürokratiebewältigung dreht“, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. „Die Aufgabe der Politik heißt: Dinge vereinfachen, im Zweifel weg mit unnützen Regularien und bitte digital, wann immer das sinnvoll und möglich ist. Wir wollen gestalten statt verwalten.“

Allerdings ist der Glaube der Betriebe an einen deutlichen Bürokratieabbau durch die Politik mit 3,6 (von 10) Skalenpunkten eher gering ausgeprägt. Vertrauen in die „Große Koalition“ sieht anders aus.

Bürokratiethemen konkret aufgeschlüsselt

In der Sonderumfrage zur Bürokratie haben die Unternehmen skaliert, welche Themen eine besonders große bürokratische Last im Betriebsalltag bedeuten. Zudem hat der Verband mehr als 160 Einzelkommentare ausgewertet.

Demnach sorgen folgende Bereiche für den größten Bürokratieaufwand:

  • Unterweisung/Gefährdungsbeurteilung
  • elektronische AU-Bescheinigung
  • Prüfung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bei Nicht-EU-Bürgern
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Datenschutz
  • wiederkehrende Statistikpflichtangaben ggü. Landes- und Bundesämtern

Auffällig ist die breite Kritik an dem Themenbereich Unterweisung/Gefährdungsbeurteilung. Die Unternehmen wehren sich zum einen gegen den steigenden, über die Jahre immer komplexer werdenden Dokumentations- und Bewertungsaufwand. Zum anderen wünschen sie sich mehr Möglichkeiten für den Einsatz von digitalen Medien und E-Learning-Programmen.

Im Rahmen der elektronischen AU hat die Digitalisierung nach Meinung der Unternehmen zu Bürokratieaufwuchs geführt: „Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Das System trägt Unmut, Zeitaufwand und Stress in die Betriebe, sodass sich die Branche absurderweise nach den gelben Papierzetteln zurücksehnt“, so Thomas Dietrich. Hintergrund: Bei Krankheit geht der Beschäftigte zum Arzt, dieser informiert die Krankenkasse. Was erfährt das Unternehmen davon automatisch: gar nichts! Der Beschäftigte muss sich weiterhin krankmelden. Die Personalstelle muss jeden einzelnen Krankheitsfall aktiv digital bei der Krankenkasse abrufen — oft mehrfach, weil die Daten noch nicht vorliegen. Zwischen Arztbesuch und Abruf können mehrere Tage liegen. Das Unternehmen weiß nicht, ob die Beschäftigten beim Arzt waren oder wie lange sie krankgeschrieben sind.

Konjunktur-Ausblick auf das Jahr 2026

Der Blick auf das kommende Jahr fällt noch pessimistischer aus: Während 19,4 % der befragten Unternehmen mit positivem Ausblick auf die Geschäfte blicken, gehen 41,7 % von lediglich gleichbleibenden Geschäften aus. 38,9 % erwarten 2026 eine Negativentwicklung.

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An der Online-Umfrage haben sich im Zeitraum vom 6. Oktober bis 20. Oktober 2025 bundesweit knapp 300 Mitgliedsunternehmen beteiligt.

 

„Bester Online-Auftritt“: BIV gewinnt „mediaV-Award“ 2025

30.09.2025

Zwei Nominierungen – ein Titel! Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hat für den Relaunch seiner Verbands-Webseite www.die-gebaeudedienstleister.de den „MediaV-Award“ gewonnen. Das Finale fand gestern Abend in Köln statt. Der Preis wird alle zwei Jahre vom „Verbändereport“ für herausragende Kommunikationsleistungen an Organisationen, Agenturen, Verbände und Medienschaffende vergeben. Im Finale war der BIV gleich in zwei Kategorien von der unabhängigen Jury nominiert: zum einen in „Bestes Video“ sowie in „Bester Online-Auftritt“.

Neue Webseite – und gleich preisgekrönt! Nach rund einjährigem Relaunch-Prozess ist die vollständig überarbeitete BIV-Webseite seit Frühjahr 2024 offiziell online. Die Seite ist nicht nur technisch auf dem neuesten Stand und dient als gut strukturierte Informationsplattform für Mitglieder genauso wie für Kunden und Auftraggeber. Zudem soll sie auf den ersten Blick herausstechen, Besucher begeistern und Emotionen wecken.

Den Preis entgegen nahmen Tanja Cujic, stellvertretende Bundesinnungsmeisterin, Holger Eickholz, Vorsitzender des BIV-Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit, sowie Steffi Reuter, BIV-Geschäftsführerin für Öffentlichkeitsarbeit: „Ein Relaunch ist Teamwork – insofern widmen wir diesen Preis an erster Stelle allen Mitgliedern unseres Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam haben wir ein starkes Marketing- und Branding-Tool für das Gebäudereiniger-Handwerk erarbeitet“, so die drei Repräsentanten im Rahmen der Preisverleihung auf der Bühne. Zudem dankten sie der Agentur Adrenalinsky, die den Relaunch technisch, strategisch und inhaltlich begleitet hatte.

Neben dem BIV standen im Finale die „Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie“ sowie „OVID Verband der ölsaatverarbeitenden Industrie in Deutschland“.

Für den Bundesinnungsverband ist es der zweite Award für ausgezeichnete Kommunikationsleistungen: 2021 konnte der BIV mit seiner Corona-Kampagne #Rückendeckung in der Kategorie „Beste Imagekampagne“ gewinnen. 2023 war der Verband im Bereich „Bestes Bewegtbild“ im Top-Drei-Finale.

Foto (Quelle: Stefan Wernz) von links nach rechts: Steffi Reuter, Tanja Cujic, Holger Eickholz

„CMS Berlin“ 2025 // Messe-Spezial-Podcast: Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich zur Messe-Halbzeit zuversichtlich

25.09.2025

Die „CMS Berlin“ als wichtigste Leitmesse für Reinigung und Hygiene in Deutschland hat ihre Halbzeit erreicht. Zeit für ein erstes Zwischenfazit von Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich im „Glanzstück“-Gespräch, dem Podcast-Format des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Dabei gab es eine kommunikative Premiere: Das Interview ist eigens im neuen CMS-Podcast-Cube in Halle 5.2. aufgezeichnet worden. „Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über unsere BIV-Webseite.

„Wenn die Menschen nach der Messe sagen, dass sie gerne hier waren und Innovationen, Ideen und Anregungen mitgenommen haben – dann haben wir unseren Job gemacht“ – so definiert Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich den Erfolg der CMS. Sein Zwischenfazit nach zwei Messe-Tagen fällt zuversichtlich aus: „Interesse ist da, das kann man als erstes sagen. Bis jetzt alles gut!“

KI, Digitalisierung, Nachhaltigkeit fungieren weiterhin als Top-Trends der Messe, so Thomas Dietrich. Die Fachforen seien auffallend stark besucht, das Interesse an Produktneuheiten hoch. Hoffnung setzt der Bundesinnungsmeister auf den inhaltlich neu gestalteten Abschluss-Freitag der Messe. Dann wird die CMS die Themen Krankenhausreinigung sowie Housekeeping in den Fokus rücken.

 

Kein Podcast-Interview mit Thomas Dietrich ohne Einschätzung der bundespolitischen Lage. Die ersten Monate der Großen Koalition bewertet Thomas Dietrich als enttäuschend, unter anderem mit Blick auf den angekündigten Bürokratieabbau: „Ich hoffe, dass man sich zusammenruckelt und dass man dazu übergehen wird, die notwendigen Reformen, losgelöst vom ideologischen Hintergrund, tatsächlich anzugehen und sich als pragmatisches Bündnis zu verstehen.“

Kernforderung für den BIV sind weiterhin mutige Reformen im Bereich der Sozialversicherungen, Beispiel Rente: „Die Leute leben länger, erwarten länger einen Rentenanspruch, möchten aber nicht mehr Geld zahlen und wollen nicht länger arbeiten – das ist die Quadratur des Kreises“, so Thomas Dietrich, der sich deshalb von der Bundesregierung wünscht: „Zuversicht ausstrahlen durch Anpacken und nicht durch Wegdiskutieren.“

„CMS Berlin“ 2025 // Messe-Spezial-Podcast: „Prävention als Teil der Unternehmenskultur“: Im Gespräch mit Prof. Frank Werner, stellvertretender Leiter Prävention bei der BG Bau

17.09.2025

Noch sechs Tage – dann startet mit der „CMS Berlin“ eine der wichtigsten deutschen, europäischen sowie internationalen Messen für Reinigung und Hygiene. Veranstalter ist die Messe Berlin. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) ist einer der Trägerverbände. Kurz vor Messeauftakt veröffentlicht der BIV seine dritte und letzte Podcast-Sonderfolge. Gesprächspartner im „Glanzstück“-Podcast ist Prof. Frank Werner, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Prävention bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau). Als Sozialversicherungsträger betreut diese bundesweit Unternehmen der Bauwirtschaft und der baunahen Dienstleistungen. Damit ist die BG auch für das Gebäudereiniger-Handwerk zuständig und in diesem Sinne traditionell auf der „CMS Berlin“ vertreten. Welche Innovationen gibt es auf dem BG-Stand zu erleben? Was sind für die Gebäudereinigung die relevantesten Präventionsfelder? Und wie kann die Unternehmenskultur dazu beitragen, Arbeitsunfälle zu minimieren? „Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über unsere BIV-Webseite.

Arbeiten in der Höhe, Rutschgefahr auf feuchten Böden oder Umgang mit Gefahrstoffen – die Gebäudereinigung ist ein personalintensives Handwerk, in dem Arbeitsschutz und Vorsorge tagtäglich eine große Rolle spielen. Bestenfalls sei die Prävention Teil der Unternehmenskultur und ein Zusammenspiel zwischen Beschäftigten und Betriebsführung, so Prof. Frank Werner: „Die Menschen müssen miteinander reden, sie müssen die wechselseitigen Bedürfnisse kennen und bei den Lösungen am selben Strick ziehen – und das in die gleiche Richtung.“

Auf der „CMS Berlin“ präsentiert die Berufsgenossenschaft speziell auf die Gebäudereinigung zugeschnittene Informationen und Exponate. Der Messestand, so Prof. Frank Werner, soll dabei „Anlaufpunkt“ und „Ort des Dialogs“ für alle Fachbesucherinnen und Fachbesucher sein. Unter anderem geht es um UV-Schutz beim Arbeiten im Freien, um Stangensysteme als Alternative für die Arbeit in der Höhe oder um Arbeitshilfen wie Podest- oder Stufenleitern. Im Bereich der tödlichen Unfälle werde die BG auf dem Messestand das Thema der Durchstürze thematisieren.

Wichtiges Anliegen, so Prof. Frank Werner, ist der BG BAU der Bereich der Arbeitsschutzprämien. So fördert die Berufsgenossenschaft für Mitgliedsunternehmen zum Beispiel die Beschaffung von Teleskopstangensystemen oder Alternativen für den Einsatz von Leitern. „Wenn die Messe erfolgreich war, dann haben wir eine hohe Anzahl an Besuchen, viele fachlich tiefe und kritische Diskussionen und am Ende vielleicht auch viele Anregungen – wie wir die Präventionsarbeit verbessern können.“

„Qualität entscheidet“ – BIV veröffentlicht neue Vergabeunterlagen für das Gebäudereiniger-Handwerk

05.09.2025

„Qualität entscheidet!“- unter diesem Motto setzt sich der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) dafür ein, dass insbesondere bei der öffentlichen Vergabe von Reinigungsleistungen Qualitätsaspekte stärker berücksichtigt werden. Mit der Veröffentlichung zweier neuer Vergabebroschüren will der Verband konkrete Impulse für eine ausgewogenere Gewichtung von Preis und Qualität setzen. Der BIV macht sich stark für einen Wechsel vom reinen Preiswettbewerb hin zur qualitätsorientierten Vergabe. Dazu gehören die Stärkung der Sichtbarkeit und Wertschätzung der Reinigungskräfte sowie die Förderung familienfreundlicher Arbeitszeiten im Rahmen der Tagesreinigung. Der Verband plant zu diesem Thema im kommenden Jahr mehrere Vergabekongresse, unter anderem im Februar 2026 in Stuttgart sowie im Juni 2026 in Köln.

Expertinnen und Experten aus den beiden BIV-Ausschüssen „Technik und Betriebswirtschaft“ sowie „Rechts- und Wettbewerbsfragen“ haben in den vergangenen Monaten zwei praxisnahe Broschüren für öffentliche Vergabestellen bzw. für die Beauftragung in der Privatwirtschaft erarbeitet. Damit will der BIV einen wichtigen Beitrag zur professionellen, verantwortungsvollen und rechtssicheren Vergabe leisten. Der BIV setzt sich dafür ein, im Vergabeverfahren neben dem Preis auch Qualitätskriterien wie Personalmanagement, Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

„Ob Rathäuser, öffentliche Verwaltungen, Kitas, Schulen oder Gesundheitseinrichtungen der öffentlichen Hand – trotz der anerkannten Systemrelevanz der Gebäudereinigung wird nach wie vor überwiegend nach dem günstigsten Preis ausgewählt“, kritisiert Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. „Das Umdenken in der Corona-Pandemie, wo Hygiene deutlich mehr im Fokus stand, war offenbar nur von kurzer Dauer. Es ist schade, dass gerade die öffentliche Ausschreibungspraxis an vielen Stellen zu erheblichen Qualitätseinbußen führt.“

Die Vergabebroschüren bieten eine strukturierte Übersicht über tarifliche und gesetzliche Vorgaben. Sie enthalten konkrete Hinweise zur Erstellung von klaren Objekt- und Leistungsbeschreibungen, zur transparenten Preisermittlung und zur ausgewogenen Vertragsgestaltung.

Besonderer Wert wird auf die gleichwertige Kombination von Preis- und Qualitätskriterien gelegt.

Darüber hinaus unterstützen überabeitete Checklisten, Musterformulierungen sowie Informationsmaterialien öffentliche Vergabestellen und private Auftraggeber dabei, die Empfehlungen gezielt und nachvollziehbar in den Auswahlprozess einzubeziehen.

 

       

„Bestes Video“ und „Bester Online-Auftritt“: BIV in zwei Kategorien für den „mediaV-Award 2025“ nominiert

03.09.2025

Der „mediaV-Award“ wird alle zwei Jahre vom „Verbändereport“ für herausragende Kommunikationsleistungen an Verbände, Organisationen, Agenturen und Medienschaffende vergeben. Der Verbandsmedienpreis geht in diesem Jahr mit 16 Kategorien und einer Rekordbeteiligung an den Start. Und auch diesmal ist der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) im Finale vertreten – und das gleich mit zwei Jury-Nominierungen.

Zum einen für das Finale nominiert ist die vollständig überarbeitete BIV-Websitewww.die-gebaeudedienstleister.de. Der moderne Internet-Auftritt ist seit dem Frühjahr 2024 nach einem umfassenden Relaunch online. Der rund einjährige Erneuerungsprozess wurde vom BIV-Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit unter der Leitung von Holger Eickholz verantwortet.Neben dem BIV stehen im Finale die „Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie“ sowie „OVID Verband der ölsaatverarbeitenden Industrie in Deutschland“.

In der Kategorie „Bestes Video“ steht der BIV mit seiner Video-Offensive zur jüngsten „Deutschen Meisterschaft“ ebenfalls im Finale. Der BIV hatte seinen prominenten Nachwuchswettbewerb im „Roten Rathaus“ in Berlin 2024 umfassend im Bewegtbild begleitet und insgesamt mehr als 20 Image- sowie Interview-Videos mit den besten Gesellinnen und Gesellen Deutschlands produziert. Auch für dieses Kommunikationsprojekt zeigt sich der BIV-Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich: https://www.youtube.com/@bundesinnungsverbanddesgeb7091/shorts.Neben dem BIV sind der „Bundesverband Kalksandsteinindustrie“ sowie der „Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe“ nominiert.

2021 konnte der Bundesinnungsverband mit seiner Corona-Kampagne #Rückendeckung den Award in der Kategorie „Beste Imagekampagne“ gewinnen. 2023 war der BIV im Bereich „Bestes Bewegtbild“ unter den Top Drei. In diesem Jahr findet die Preisverleihung am 29. September 2025 in Köln statt: https://www.media-v-award.de/

„CMS Berlin“ 2025 // Messe-Spezial-Podcast

28.07.2025

Im Gespräch mit Tanja Cujic, stellvertretende Bundesinnungsmeisterin und Juryvorsitzende des „Purus Innovation Awards“

 Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) veröffentlicht heute die zweite „Glanzstück“-Sonderfolge zur bevorstehenden „CMS Berlin“. Diese gehört zu den wichtigsten europäischen Messen für Reinigung und Hygiene und findet vom 23. bis 26. September 2025 in den Berliner Messehallen statt. Veranstaltungshighlight ist die Vergabe des „Purus Innovation Awards“, kurz PIA. Der Award zählt zu den begehrtesten Branchenauszeichnungen seiner Zeit und spiegelt in sechs Kategorien die große Innovationskraft der Messe wider. Im „Glanzstück“-Podcast sprechen wir mit der Berliner Unternehmerin Tanja Čujić. Sie ist vor kurzem zur stellvertretenden Bundesinnungsmeisterin des Gebäudereiniger-Handwerks gewählt worden. Zudem hat sie das Amt der PIA-Juryvorsitzenden inne: Wie sieht es in den Sitzungen hinter den Kulissen aus? Worauf achten die Jurorinnen und Juroren besonders? Und warum ist es folgerichtig, dass erstmals die Kategorie Robotik/KI prämiert wird? „Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über unsere BIV-Webseite.

Für Tanja Cujic sind es aufregende Wochen: Die „CMS Berlin“ steht vor der Tür, die Juryarbeit für den PIA-Award läuft auf Hochtouren, zudem hat sie die Mitgliederversammlung Ende Juni in Köln zur stellvertretenden Bundesinnungsmeisterin gewählt. Damit ist die Mittelständlerin Deutschlands zweithöchste Repräsentantin ihres Handwerks: „Für mich ist das eine große Ehre, aber viel mehr noch ein Vertrauensbeweis aus der Branche. Es bedeutet vor allem Verantwortung – mitzugestalten, zu verbinden, neue Impulse zu setzen und gleichzeitig ein Ohr an der Praxis zu halten.“

Gerade um die Praxis geht es auch beim „Purus Innovation Award“. Der Award zeichnet Produkte, Tools und Systeme aus, die durch hohe Anwendungsqualität und eine überragende Gesamtkonzeption überzeugen. Neu ist in diesem Jahr die Kategorie Robotik/KI, die den zunehmenden Einsatz intelligenter Technologien in der professionellen Reinigung berücksichtigt: „Das ist ein starkes Signal an die gesamte Branche. Wir erkennen damit an, dass die Zukunft der Reinigungstechnologie nicht nur mechanisch oder chemisch gedacht werden kann, sondern zunehmend auch intelligent, vernetzt und autonom ist.“

Neben diesem Leuchtturm-Event der Messe freut sich Tanja Čujić auf die CMS als „Schaufenster für Innovationen und Trends“ und stellt die wachsende und sich wandelnde Bedeutung heraus: „Vor zehn oder fünfzehn Jahren lag der Fokus stark auf Maschinen und Geräten – klassisch technisch und anwendungsorientiert. Das ist immer noch ein zentraler Teil, aber die Themen drum herum haben enorm an Bedeutung gewonnen: Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Arbeitsschutz, Ausbildung – das alles ist ganz selbstverständlich Teil des Programms.“ Kurzum: „Die CMS ist mit unserer Branche mitgewachsen. Sie ist heute mehr Zukunftswerkstatt statt Produktschau.“

BIV veröffentlicht „KI-Whitepaper“ und Cybersecurity-Informationen für seine Mitgliedsunternehmen

15.07.2025

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hat ein neues Informationspapier zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) veröffentlicht. Das Dokument richtet sich an die rund 2.500 Mitgliedsunternehmen und bietet eine erste Übersicht über die wichtigsten Aspekte von KI im Unternehmenskontext. Zudem gibt es für die Unternehmen wichtige Updates im Bereich der Cybersecurity.

Das KI-Papier erläutert grundlegende Begriffe, Chancen sowie Herausforderungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ziel ist es, die Mitglieder bei der strategischen Nutzung zu unterstützen. Dem „Whitepaper“ ist ein verbandsinterner KI-Workshop vorausgegangen. Die wichtigsten Erkenntnisse haben die beiden renommierten KI-Experten Prof. Christian Schlicht sowie Philipp Gellert verständlich zusammengefasst. Im nächsten Schritt ist ein zweites KI-Papier in Arbeit, welches im Rahmen der Messe „CMS Berlin“ Ende September 2025 veröffentlicht werden soll. Dabei stehen praxisnahe Anwendungsmöglichkeiten für die Unternehmen im Mittelpunkt.

Cybersecurity: NIS-2-Richtlinie und KRITIS-Dachgesetz

Aktuell muss die Aufmerksamkeit in Richtung Sicherheit von kritischer Infrastruktur gesteigert werden. Dazu zählen Gebäudedienstleister zwar nicht. Allerdings stehen diese durch die Reinigung derartiger Liegenschaften im Datenaustausch mit den Kunden. Dies bietet mögliche Einfallstore für Cyberangriffe. Zu zwei Gesetzesvorhaben informiert der BIV aktuell seine Mitgliedsunternehmen und klärt auf, inwieweit sie berührt sind und entsprechende Vorkehrungen treffen müssen.

  • Mit der NIS-2-Richtlinie der EU soll ein gemeinsames Cybersicherheitsniveau in der Europäischen Union geschaffen werden. Da die Informations- und Kommunikationstechnologie-Lieferkette zu bewerten ist, können auch Dienstleister vom Gesetz betroffen sein.
  • Mit dem KRITIS-Dachgesetz folgen Pläne zur Stärkung der Resilienz kritischer Anlagen. Es ergänzt bestehende Regelungen zur IT-Sicherheit und erweitert diese um zentrale Aspekte des physischen Schutzes. Das KRITIS-Dachgesetz richtet sich primär an Betreiber kritischer Anlagen. Diese müssen jedoch auch sicherstellen, dass ihre Dienstleister die erforderlichen Sicherheits- und Resilienzmaßnahmen umsetzen.

Thomas Dietrich als Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks im Amt bestätigt / Hans Ziegle wird Ehrenmitglied

27.06.2025

Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich geht in seine dritte Amtszeit – so lautet das Votum der 115 Delegierten bei der heutigen Mitgliederversammlung des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) in Köln. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Der 66-jährige Unternehmer, dessen Dienstleistungsgruppe mit Hauptsitz in Wuppertal bundesweit rund 4500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, ist seit 2015 Bundesinnungsmeister. Zudem ist Dietrich seit 2016 Präsidiumsmitglied im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sowie Vorstandsmitglied im Unternehmerverband Deutsches Handwerk (UDH). „Pandemie, Wirtschaftsflaute aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und das Zerwürfnis der Bundesregierung – die vergangenen fünf Jahre waren intensiv wie nie zuvor. Sie haben den BIV gefordert, aber auch zusammengeschweißt und seine Leistungsfähigkeit für unsere Mitgliedsunternehmen unter Beweis gestellt. Ich freue mich sehr, unser Handwerk auch in den kommenden fünf Jahren bei allen anstehenden Herausforderungen unterstützen zu dürfen und bedanke mich herzlich für das erneute Vertrauen.“

Neben Thomas Dietrich wählten die Delegierten in den Bundesvorstand:

  • Tanja Cujic, stellv. Bundesinnungsmeisterin
  • Thomas Conrady, Beisitzer
  • Christian Schmitt, Beisitzer
  • Matthias Stenzel, Kassenwart

Hans Ziegle wird BIV-Ehrenmitglied

Nach 24 Jahren scheidet Hans Ziegle (72) aus dem Bundesvorstand aus. Seit 2015 hatte der gebürtige Ludwigshafener die Position des stellvertretenden Bundesinnungsmeisters inne. Zudem ist er seit vier Jahrzehnten ehrenamtlich im BIV-Ausschuss für Rechts- und Wettbewerbsfragen engagiert: Mitglied seit 1985, Vorsitzender in den Jahren 1991-2001, seit 2001 zuständiges Vorstandsmitglied.

Auf Vorschlag von Thomas Dietrich ernannten die Delegierten Hans Ziegle einstimmig zum BIV-Ehrenmitglied: „Hans Ziegle hat unseren Verband an der Bundesspitze als glaubwürdiger Unternehmer über Jahrzehnte wie kaum ein anderer entscheidend mitgeprägt“, so Thomas Dietrich in seiner Würdigung. „Verbindlich, verlässlich, krisenfest und stets um Ausgleich bemüht war er nicht nur die Stimme des Mittelstandes, sondern im besten Sinne des Wortes unser Diplomat im Bundesvorstand sowie auf internationalem Parkett.“ Hans Ziegle war von 2003 bis 2024 Präsident der europäischen Unternehmens-Plattform im Bereich der Gebäudereinigung sowie des Facility-Managements FIDEN (Fédération Internationale des Entreprises de Nettoyage).

Foto (Quelle BIV): Thomas Dietrich (Mitte), Hans Ziegle (links), Christian Schmitt (rechts)

Als Nachfolgerin von Hans Ziegle wählte die Mitgliederversammlung Tanja Cujic zur stellvertretenden Bundesinnungsmeisterin. Die Unternehmerin aus Berlin gehört dem Bundesvorstand als Beisitzerin seit 2022 an.

Neu in den Bundesvorstand beriefen die Delegierten den hessischen Unternehmer Christian Schmitt. Der 48-Jährige ist seit 2018 Mitglied im BIV-Ausschuss für Technik und Betriebswirtschaft. Zudem ist er seit drei Jahren Vorstandsmitglied bei der hessischen Landesinnung des Gebäudereiniger-Handwerks.

105 Jahre Landesinnungsverband Nordrhein-Westfalen

Neben der Wiederwahl des Bundesinnungsmeisters wird heute Abend in Köln mit rund 300 geladenen Gästen gefeiert – anlässlich des 105. Jubiläums des Landesinnungsverbands Nordrhein-Westfalen. Neben seinem Ehrenamt als Bundesinnungsmeister ist Thomas Dietrich seit 2007 auch Landesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks in Nordrhein-Westfalen. Der runde 100. Geburtstag des Landesinnungsverbandes im Jahr 2020 hatte aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden müssen.

BIV-„Branchenreport“ mit Zahlen-Update // SV-Beschäftigung im Gebäudereiniger-Handwerk deutlich gestiegen

13.06.2025

Dreieinhalb Jahre ist es her, dass der Bundesinnungsverband des Gebäudedreiniger-Handwerks (BIV) seinen „Branchenreport“ in völlig neuem Design veröffentlicht hat – kurz, kompakt, auf den Punkt. Von heute an gibt es den BIV-Branchenüberblick mit aktualisiertem Zahlenwerk: Ob Tariflöhne, Umsatz, Migrationsanteil oder SV-Beschäftigung – die Zahlen haben sich in vielen Bereichen markant weiterentwickelt. Den BIV-Branchenreport 2025 finden Sie hier: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/die-branche/#branchenreport

Das dynamische Wachstum in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk hat sich in den vergangenen Jahren fortgesetzt. Gerade der Trend zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (SV) ist auffällig: 70,9 Prozent beträgt der SV-Anteil in der Branche mittlerweile – ein Wachstum um 23,7 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Eindrucksvoll: 29,6 Prozent aller zusätzlich entstandenen SV-Arbeitsplätze im Handwerk stammen aus der Gebäudereinigung.

Auch das starke Tarifgefüge mit einem Einstiegs-Branchenmindestlohn von 15 Euro ab 2026 sowie die integrative Rolle des Gebäudereiniger-Handwerks stehen im Zentrum der Publikation: 47,4 Prozent der Beschäftigten haben keinen deutschen Pass – ein deutlicher Anstieg gegenüber den vergangenen Jahren (2021: 40,1 Prozent).

Was viele nicht wissen: 85 Prozent beträgt der Lohnkostenanteil im Schnitt in der Gebäudereinigung. Bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen liegt dieser Anteil laut Statistischem Bundesamt bei lediglich 31 Prozent.

Die achtseitige Broschüre richtet sich an Mitglieder, Kunden, Politik, Presse und interessierte Öffentlichkeit. Wissenschaftlich begleitet wird der „Branchenreport“ von IW CONSULT.

„CMS Berlin“ 2025 // Messe-Spezial-Podcast CMS-Direktorin Ruth Senitz im „Glanzstück“-Interview

10.06.2025

„Glanzstück“-Episode 35 bildet den Auftakt zu einer CMS-Podcast-Staffel, die der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) in den kommenden Wochen produzieren wird – vor der Messe sowie auch direkt in dem neu geschaffenen CMS-„Podcast-Cube“ auf der Messe. Die „CMS Berlin“ gehört zu den wichtigsten europäischen Messen für Reinigung und Hygiene, mit zuletzt mehr als 400 Ausstellern aus 25 Ländern und rund 21.000 Fachbesuchern. Sie findet alle zwei Jahre statt, diesmal vom 23. bis 26. September. Veranstalter ist die Messe Berlin, daneben gibt es drei Trägerverbände: den Fachverband Reinigungssysteme im Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA), den Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO) sowie den BIV. Augenscheinlich größte Veränderung ist der geänderte Messe-Claim. Nach mehr als zwei Jahrzehnten steht „CMS“ von 2025 an für „clean meets smart“ und nicht mehr für „Cleaning. Management. Services“. Über die Hintergründe, den Erwartungshorizont und die Messe-Schwerpunkte äußert sich im BIV-Podcast „Glanzstück“ CMS-Direktorin Ruth Senitz.

„2023 habe ich angefangen mit viel Messe-, aber wenig Branchenerfahrung bezüglich der Reinigungsthemen. Daher fühlt es sich jetzt deutlich vertrauter an“, so Ruth Senitz, die vor zwei Jahren ihre CMS-Premiere als Direktorin gefeiert hat. Sie habe die CMS „mit einem tollen Team und in einem tollen Zustand“ übernommen. Das macht selbstbewusst und fokussiert: Nach den Rekordzahlen im Jahr 2023 ist auch in diesem Jahr das erklärte Ziel zu wachsen: „Das ist unser Wunsch, und die aktuellen Zahlen machen mich auch optimistisch, dass das gelingen wird!“

Jenseits der wirtschaftlichen Bilanz definiert sich Messe-Erfolg über Stimmung und Atmosphäre, so Senitz. Und da geht es heutzutage vor allem um Netzwerken, Kontaktpflege, darum, Produkte auszuprobieren und Erlebnisse zu schaffen: „Eine erfolgreiche Messe ist es immer dann, wenn alle im Gespräch sind. Wenn ich stille Messehallen habe, dann läuft etwas schief.“ Daher setzt auch die „CMS 2025“ wieder auf viele „Live-Demonstrationen“ der Aussteller. Der „Innovation Circle“ vereint nationale Newcomer und internationale innovative Unternehmen in einer Messehalle. Der „Purus Innovation Award“ würdigt herausragende Innovationen der Reinigungsbranche, die sich auf der Messe präsentieren. Neu ist in diesem Jahr die Kategorie Robotik/KI, die den zunehmenden Einsatz intelligenter Technologien in der professionellen Reinigung berücksichtigt.

Am Ende soll auch der neue Claim dazu beitragen, die Messe zielgenauer erklärbar und vermarktbar zu machen. Mit „clean meets smart“ könnten gerade diejenigen, die die Messe noch nicht kennen oder erstmals eine Werbung sehen, sofort und intuitiv eine Verbindung herstellen: „Reinigung trifft auf Innovation, Neuerungen, Lösungen – ‚meets‘ steht für den Messeplatz, das Treffen und Netzwerken.“

„Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über unsere BIV-Webseite.

Frühjahrs-Konjunkturumfrage 2025 | Stagnierende Geschäftsprognosen im Gebäudereiniger-Handwerk – Unternehmen bewerten Bundesregierung und Koalitionsvertrag zurückhaltend

06.05.2025

Die Stimmung in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk bleibt gedrückt – das ist das Ergebnis der heute veröffentlichten Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Die Gebäudereinigung stellt mit knapp 700.000 Beschäftigten Deutschlands personalintensivstes Handwerk dar. Seit 2019 präsentiert der Unternehmens-Verband zweimal im Jahr exklusiv seine Daten. Demnach blicken 24,3 % der befragten Unternehmen (Herbst 2024: 18,5 %) auf das laufende Geschäftsjahr mit positiver Prognose. Eine Mehrheit von 48,2 % (Herbst 2024: 43,4 %) geht von gleichbleibenden Geschäften aus. 27,5 % (Herbst 2024: 38,1 %) blicken mit negativen Vorzeichen auf das Gesamtjahr. Damit haben sich die Zahlen gegenüber dem Prognose-Tief aus dem Oktober 2024 stabilisiert, zeichnen aber weiterhin ein Bild von Stagnation und Vorsicht. Der designierten neuen Bundesregierung und den geplanten Koalitionsvorhaben begegnen die Unternehmen mit Zurückhaltung und deutlicher Kritik in der Sache.

Eine knappe Mehrheit von 55,3 % der befragten Unternehmen traut der „Großen Koalition“ („eindeutig“ bis „eher“) zu, den Wirtschaftsstandort in den kommenden Jahren zu stärken. 44,7 % glauben andererseits nicht an einen wirtschaftspolitischen Aufschwung durch Union und SPD.

Auch der Blick auf den Koalitionsvertrag fällt zurückhaltend aus: als „gut“ bis „überwiegend gut“ bewerten das politische Kompromisspapier 30,6 % der Unternehmen. Allerdings lehnen den Koalitionsvertrag auch 24,4 % als „überwiegend schlecht“ bis „schlecht“ ab. Eine Mehrheit von 45 % hält den Koalitionsvertrag unterm Strich für lediglich „mäßig“.

Gebäudereinigung profitiert nicht von geplanten Entlastungen
Laut Koalitionsvertrag sollen im Sinne der Wirtschaft steuerliche Abschreibungsregeln angepasst werden – für 2025, 2026 und 2027 soll bei Ausrüstungsinvestitionen eine degressive Abschreibung von 30 % gelten. Zudem sollen die Stromkosten sinken. Ab 2028 ist geplant, die Körperschaftssteuer über fünf Jahre um jeweils einen Prozentpunkt abzusenken.

Das Gebäudereiniger-Handwerk allerdings – so das kritische Urteil der Unternehmen – profitiert von derlei Entlastungskonzepten kaum: 63,7, % und damit rund zwei Drittel der befragten Betriebe helfen die Pläne „gar nicht“, „so gut wie gar nicht“ bzw. „eher wenig“. 32,3 % geben an, die Pläne sorgten für „ein wenig“ Entlastung. 3,6 % halten die Pläne für „recht gut“, 0,4 % für „sehr gut“.

„Die bisherigen Entlastungspläne der Koalition sind ernüchternd. Steuersenkungen ab 2028 sind nicht ernstzunehmen. Abschreibungsmöglichkeiten dienen womöglich der Industrie – unserem Handwerk mit einer Personalkostenquote von im Schnitt 85 % ist damit wenig geholfen“, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. „Richtige Entlastungspolitik für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen gibt es nur, wenn sich die Politik endlich an tiefgreifende Reformen in den Sozialversicherungen herantraut. Die Lohnnebenkosten müssen runter!“

Kritik an drohendem Eingriff in die Tarifautonomie
Das Gebäudereiniger-Handwerk verfügt seit Jahrzehnten über starke tarifpolitische Strukturen. Aktuell liegen die beiden allgemeinverbindlichen Branchenmindestlöhne bei 14,25 Euro (ungelerntes Personal) bzw. bei 17,65 Euro (Fachkräfte). 2026 steigen die Tariflöhne auf 15 bzw. auf 18,40 Euro. Die Gebäudereinigung liegt mit ihren eigenen Branchenmindestlöhnen grundsätzlich über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, der 2015 in Deutschland eingeführt wurde.

Dennoch gibt es eine klare Haltung zur Tarifautonomie und zur schwelenden Mindestlohndebatte. Das Grundprinzip der unpolitischen Löhne ist für eine Mehrheit von 89,6 % der Unternehmen von großer Wichtigkeit. 10,4 % halten das Prinzip für „weniger wichtig“ bzw. für „unwichtig“.

Gerade die Sozialdemokraten haben in den vergangenen Wochen immer wieder öffentlich angekündigt, sich nicht an das Votum der unabhängigen Mindestlohnkommission gebunden zu fühlen. „Diese Haltung ist wohlfeil und opportunistisch“, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. „Entweder gilt die Tarifautonomie und damit auch das Votum der unabhängigen Mindestlohnkommission oder das Parlament legt künftig Löhne fest. Tarifautonomie und Staatslöhne zugleich kann es aber nicht geben.“

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An der Online-Umfrage haben sich im Zeitraum vom 23. April bis 2. Mai 2025 bundesweit knapp 300 Mitgliedsunternehmen beteiligt.

 

BIV-Podcast „Glanzstück“ 2/2025 | Weltkongress der Gebäudedienstleister in Neuseeland: KI dominiert die Themenpalette

17.03.2025

Die heute veröffentliche „Glanzstück“-Podcast-Folge des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) führt ans „Ende der Welt“ – konkret nach Neuseeland. Denn in Auckland, im Norden des Inselstaates, fand in diesen Tagen der Weltkongress der Gebäudedienstleister statt. Veranstalter ist die „World Federation of Building Service Contractors“ (WFBSC). In dessen Vorstand sitzt Christine Sudhop, die für den BIV seit mehr als drei Jahrzehnten tätig ist. Als Geschäftsführerin für Technik und Betriebswirtschaft hat sie die Kongressreise für die 18-köpfige deutsche Delegation organisiert. Was waren Trends des Kongresses? Welche Rolle spielt der Weltverband für die Branche? Und gibt es auch internationale Themen, die das deutsche Reinigungshandwerk eher weniger berühren? Zu hören in der aktuellen „Glanzstück“-Folge.

Im Fokus des globalen Netzwerktreffens standen KI, Robotik, Nachhaltigkeit und die Berichterstattung zu diesen Themen. Vor allem die Künstliche Intelligenz habe viele Kongressteilnehmer berührt, so Christine Sudhop: „Die Möglichkeiten und Konsequenzen sind den meisten von uns noch nicht ansatzweise klar – wie weit und vielschichtig das Thema in die Branche und in das Leben eindringen wird.“ Auch der BIV werde in naher Zukunft, so die Geschäftsführerin, ein erstes Kompendium zum Thema herausgeben. Zum einen, um die Mitgliedsbetriebe über Künstliche Intelligenz aufzuklären, zum anderen, um Ansatzpunkte für die Nutzung in der Gebäudereinigung darzulegen.

Einen relativ hohen Stellenwert haben die Gastgeber dem Thema der „modernen Sklaverei“ eingeräumt. Dabei gehe es zum einen um die Lieferkette, so Christine Sudhop, zum anderen um Menschenhandel: „Das scheint mit der räumlichen Nähe zum asiatischen Raum zu tun zu haben, weil es dort insbesondere viele vulnerable Länder gibt, in denen dieses Thema eine große Rolle spielt.“ Last but not least sei es bei dem Kongress ebenso um Natur- und Umweltschutz gegangen, der in Neuseeland bekanntermaßen groß geschrieben werde.

Der Trip nach Neuseeland ist auch für Christine Sudhop persönlich eine Besonderheit – und zwar als weitenfernteste Dienstreise, gefolgt vom WFBSC-Kongress im Jahr 2016 nach Japan. Nicht nur das Land sei faszinierend, so ihr erster Eindruck, vor allem das selbstverständliche Zusammenleben mit den „First-Nation-Angehörigen“ sei beeindruckend: „Sie haben Maori als zweite Sprache, die Ausschilderungen sind zweisprachig, ebenso die Nationalhymne. Wenn man das mit anderen Ländern vergleicht – ich verreise relativ viel in die USA – ist es herzerwärmend.“

„Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über unsere BIV-Webseite.

Scharfe Kritik an Sondierungsplänen zu Mindestlohn | Staatslohnpolitik von Union und SPD fügt Tarifautonomie schweren Schaden zu – Parteien delegitimieren Sozialpartner

09.03.2025

Union und SPD haben im Rahmen ihrer Sondierungspläne sinnvolle Schritte verabredet, um die kriselnde Wirtschaft wiederzubeleben. Darunter fallen Bürokratieabbau, Steuersenkungen, die Reform des Bürgergelds oder die Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. All das waren und sind aktuelle politische Forderungen des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Der BIV repräsentiert die Unternehmen von Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk mit mehr als 30.000 Betrieben und knapp 700.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Umso ernüchternder sind die Pläne für einen neuerlichen parteipolitischen Mindestlohneingriff. Hierzu erklärt Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich:

 „Es ist ein Schlag ins Gesicht, dass die Politik die zweite Legislatur in Folge Löhne in Deutschland parteipolitisch festlegen will; die SPD hat bereits im Wahlkampf dafür geworben, nun setzt sie es mit Hilfe der Union um. Damit fügen die Verhandler der Tarifautonomie schweren Schaden zu.

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt aktuell 12,82 Euro. Eine Erhöhung auf 15 Euro im Jahr 2026, wie im Sondierungspapier angedeutet, wäre ein 17-prozentiger Lohnsprung. In der jetzigen wirtschaftlichen Situation eine solch weitreichende Erhöhung mit Auswirkungen auf alle Bereiche zu beschließen, unterstreicht die offensichtliche Wirtschaftsferne der Politik.

Das gleichzeitige Bekenntnis zur eigentlich unabhängigen Mindestlohnkommission im Sondierungspapier ist daher vollkommen unglaubwürdig. Entweder entscheidet eine unabhängige Kommission oder aber Politiker von Union und SPD.

BIV und IG BAU haben im Herbst 2024 nach mehrmonatigen Verhandlungen einen zweijährigen Tarifvertrag abgeschlossen. Demnach steigen die Einstiegslöhne von 13,50 (2024) auf 15 Euro (2026) – eine Erhöhung um 11,1 Prozent. Wichtig war den Unternehmen dabei gerade auch ein deutlicher Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn. Die Sondierungspläne könnten unseren Tarifkompromiss wie im Jahr 2022 schon obsolet machen.

Sollte die ‚Große Koalition‘ mit Staatslohnpolitik erneut in unseren Tarifvertrag hineinregieren, wird die Sinnhaftigkeit von Tarifgesprächen in Frage gestellt – zu Lasten der Beschäftigten, zu Lasten der Tarifautonomie und damit nicht zuletzt zu Lasten des wirtschaftlichen Aufschwungs.

Ein fatales Signal für die soziale Marktwirtschaft und den Erhalt unserer wirtschaftlichen Stärke. Die Union packt Ludwig Erhard wie ein altes Möbelstück auf den Dachboden.“

Bundestagswahl 2025 | Top-Themen des Gebäudereiniger-Handwerks: Bürokratieabbau und Sorge vor steigenden SV-Beiträgen

17.02.2025

Der Countdown läuft – in knapp einer Woche wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Passend dazu präsentiert der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) heute die Ergebnisse seiner Sonderumfrage: Was sind die politischen Top-Forderungen bzw. -Themen für die Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks? Die Gebäudereinigung ist mit mehr als 30.000 Betrieben und knapp 700.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk. Mit Abstand vorne auf der Relevanz-Skala von 1 bis 10 liegen zwei Themenfelder dicht beieinander: zum einen sprechen sich die Unternehmen für einen massiven Bürokratieabbau aus (Skalenwert 9,4), zum anderen für nachhaltige Reformen des Sozialversicherungssystems (Skalenwert 9,3), um weiter explodierende Kostenbelastungen zu verhindern. An der Online-Umfrage haben sich zwischen 14. Januar und 2. Februar 2025 mehr als 500 Betriebe beteiligt – rund ein Fünftel der BIV-Mitgliedschaft.

Bürokratieabbau und Reform der Sozialversicherungssysteme – beide Themen sind weder neu noch überraschend. Mittlerweile sind die Auswirkungen in der Praxis allerdings dramatisch spürbarer als je zuvor, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich: „Wir erleben, was passiert, wenn Politik chronische Dauerprobleme über Jahre nicht ernst nimmt und nachhaltige Lösungen auf die lange Bank schiebt“; so Thomas Dietrich. „Bei beiden Themenbereichen stehen wir vor einem riesigen Problemberg, den die neue Bundesregierung schnellstmöglich und konsequenter denn je angehen muss.“

In Sachen Bürokratieabbau und Berichtspflichten fordern die Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks einen spürbaren Abbau unnötiger Regularien. Zudem sollte der deutsche Gesetzgeber EU-Regelungen 1 zu 1 in nationales Recht und nicht strenger umsetzen. Eine zentrale Antwort auf kleinteilige Bürokratievorgaben ist zudem eine adäquate Digitalisierung, zum Beispiel in der Verwaltung.

Indes ist die Sorge vor steigenden Sozialversicherungsbeiträgen akuter denn je. So haben die Lohnnebenkosten in Deutschland mit 42,3 Prozent ein Rekordniveau erreicht, welches Unternehmen wie Beschäftigte gleichermaßen belastet. Anfang 2025 sind die Krankenkassenbeiträge so stark gestiegen wie nie zuvor in der Bundesrepublik. „Dieser Jahresbeginn ist ein Alarmsignal und vor allem ein Weckruf“, so der Bundesinnungsmeister. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung wirksame Reformen, die die Beiträge wieder in Richtung 40 Prozent bringen.“

Top-Thema Nummer 3: Respekt vor Tarifautonomie
Mit Unverständnis blicken die Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks auf wiederholt geplante politische Eingriffe in die Tarifautonomie (Skalenwert 9,0): „Bereits zum zweiten Mal in Folge stellen bestimmte Parteien eine hohe Mindestlohnforderung ins Zentrum ihres Wahlkampfs“, so der Bundesinnungsmeister. „Das noch nicht verdiente Geld der Wirtschaft auszugeben mag Stimmen bringen, widerspricht aber zutiefst der Logik der Tarifautonomie.“ Politik müsse sich aus der Lohnfindung strikt heraushalten und den zuständigen Tarifvertragsparteien bzw. der zuständigen Mindestlohnkommission die Verantwortung überlassen, so der Bundesinnungsmeister. Das gleiche gelte für Vergabemindestlöhne auf Landes- oder Kommunalebene.

Weitere Forderungen: Rechtssichere Meldeverfahren für Midijobs und Abschaffung des Bürgergelds
Ein überraschend großes Praxisproblem haben die Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks mit Midijobbern, die bei verschiedenen Arbeitgebern einer Mehrfachbeschäftigung nachgehen (Skalenwert 8,9). Die fehlende Kenntnis von Mehrfachbeschäftigungen seitens der Arbeitgeber führt in der Praxis dazu, dass Sozialversicherungsbeiträge falsch abgerechnet und abgeführt werden. Im Falle einer Betriebsprüfung kann dies dazu führen, dass EIN Arbeitgeber im Zweifel ALLE fehlenden SV-Beiträge (Arbeitgeber- sowie Arbeitnehmeranteil) zu tragen hat. Daher fordert die Branche ein automatisches und rechtssicheres Meldeverfahren vergleichbar zum Minijob. Die Krankenkassen, denen die Informationen über Mehrfachbeschäftigungen vorliegen, sollten die Unternehmen unaufgefordert darüber in Kenntnis setzen und das Problem auf diesem Weg beheben.

Große Einigkeit besteht über die Abschaffung bzw. die Reformnotwendigkeit des Bürgergelds (Skalenwert 8,9). Das Bürgergeld, so die Unternehmen, habe sich nicht als aktivierend für den Arbeitsmarkt erwiesen, sondern sich gegenteilig sogar zu einem Konkurrenzangebot gegenüber einer Erwerbstätigkeit entwickelt. Erklärtes Ziel des Bürgergeldkonzepts der Bundesregierung sei gewesen, Menschen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt weiterzubilden, zu qualifizieren und ihnen einen Berufsabschluss zu ermöglichen. Dies sei nicht oder deutlich zu wenig geschehen.

„BIV-Podcast Folge 1/2025: Verbandslobbying zur Bundestagswahl 2025 – Timing, Chancen, No-Gos“

28.01.2025

In rund drei Wochen wählt Deutschland einen neuen Bundestag – eine spannende Zeit gerade auch für Interessenvertretungen. Aktuell läuft die Politikkampagne des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Zudem wird der BIV Anfang Februar seine politischen Top-Forderungen veröffentlichen. Nicht zuletzt widmet sich der BIV in seiner heute veröffentlichten „Glanzstück“- Folge der Bundestagswahl: Wann macht Lobbyarbeit mit Blick auf die Zeitachse der Wahl Sinn? Funktioniert Interessenvertretung nur über persönliche Kontakte? Und was sind eigentlich No-Gos im Kontakt mit der Politik? Dies und mehr beantwortet Politikberater Sebastian Frevel im Gespräch. Der Diplom-Politologe, der im Podcast natürlich auch auf das aktuelle Wahlkampf-Geschehen blickt, arbeitet seit mittlerweile mehr als 20 Jahren in der politisch-strategischen Beratungspraxis. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der „von Beust & Coll Beratungsgesellschaft“.

„Der springende Punkt ist Relevanz!“ – sagt Sebastian Frevel: „Warum ist mein Thema genau jetzt gut und richtig und habe ich es vernünftig aufbereitet?“ Sind diese Bedingungen erfüllt, haben Verbände grundsätzlich alle Möglichkeiten, sich in den Austausch mit der Politik zu begeben und auch Gehör zu finden. Es gelten, so der Politikprofi, die „drei goldenen Regeln“: Qualität der Botschaft, richtiger Zeitpunkt, passender Ansprechpartner. Umso mehr in Zeiten, in denen Tempo, Parteienvielfalt und Social-Media-Dauerpräsenz zu einem enormen „Wettbewerb um Aufmerksamkeit“ geführt habe.

Zur Selbstverständlichkeit im Verbandslobbying gehöre es dabei, Themen seriös und in der gebotenen Kürze aufzubereiten und sowohl Problemanalyse als auch Problemlösung sauber zu skizzieren. Im Gegensatz dazu sei es ein „No-Go“, grundlos um Termine zu bitten und Forderungen aufzubauen, die offensichtlich nicht mehrheitsfähig sind. „Das ist einfach Zeitverschwendung“, so Sebastian Frevel.

„Wenn ich die Politikerin oder den Politiker bereits kenne, mir diese vertrauen und wissen, dass ich vernünftige Informationen zuliefere – dann dringe ich auch durch“, erklärt der Polit-Berater. Um sich persönlich vorzustellen, verweist Sebastian Frevel zum Beispiel auf die sinnvolle Möglichkeit, im Rahmen von Parteitagen intensiv zu netzwerken.

Sebastian Frevel wirft im Podcast auch einen Blick auf die aktuellen Themen und Entwicklungen im Wahlkampf: Warum schlägt die CSU besonders auf die Grünen ein? Ist es sinnvoll, dass die CDU ihren Migrations-Kurs verschärft? Und warum ist Olaf Scholz der richtige Spitzenkandidat für die SPD? Dies und mehr erfahren Sie in: „Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über unsere BIV-Webseite.

„Für einen starken Wirtschaftsstandort“ | Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks starten mit Postkartenaktion ins Bundestagswahljahr 2025

16.01.2025

Die Bundestagswahl steht vor der Tür – und damit auch eine geplante Postkartenaktion und Gesprächsoffensive der Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks in Richtung Politik. 12.000 Karten hat der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) zu Jahresbeginn in einer 1. Auflage für seine Innungen, Landesinnungen und Landesinnungsverbände drucken lassen. Den offiziellen Auftakt für die Aktion machte heute Vormittag Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich bei seinem persönlichen Treffen mit Karl-Josef Laumann in Düsseldorf. Laumann ist Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen sowie stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender.

„Wir sind Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk! Lassen Sie uns ins Gespräch kommen“ – genau darum geht es mit der Aktion. Ehrenamt und Mitgliedsunternehmen in ihren Regionen, Städten und Standorten sind in den kommenden Wochen aufgerufen, mit Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag in den Dialog zu treten. Um diesen Anspruch zu vereinfachen, zu vereinheitlichen und für die gesamte Branche sichtbar zu machen, hat der BIV die Postkartenaktion ins Leben gerufen.

„Ob Tarifautonomie, Steuerpolitik oder Bürokratieabbau – unsere Themenpalette auf den Karten haben wir bewusst vielfältig gehalten“, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. „Wichtig ist, dass die Unternehmen mit Ihren individuellen Themen, Hinweisen und Sorgen vor Ort auf die Politik zugehen, ins Gespräch kommen und auf diesem Wege selbst aktiv werden.“

 

 

Ins Leben gerufen hat das Projekt der BIV-Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit unter Vorsitz von Holger Eickholz in seiner jüngsten Sitzung in Saarbrücken. Angedacht ist bis zur Bundestagswahl zudem eine verbandsinterne Umfrage zu den Top-Forderungen des Gebäudereiniger-Handwerks.

Foto (Quelle BIV): Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich mit Karl-Josef Laumann zum Kampagnenbeginn mit einer symbolisch extra-großen Postkarte.

Tariflöhne im Gebäudereiniger-Handwerk steigen zu Jahresbeginn

06.01.2025

Ab Januar 2025 gelten in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk neue Tariflöhne. Auf diese hatten sich die Gewerkschaft IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerk (BIV) auf Arbeitgeberseite Mitte November 2024 nach monatelangen Verhandlungen geeinigt.

Demnach steigt der Branchenmindestlohn in der Einstiegs-Lohngruppe (Lohngruppe 1) von 13,50 Euro auf 14,25 Euro. Der zweite Branchenmindestlohn für Fachkräfte (Lohngruppe 6) erhöht sich von 16,70 Euro auf 17,65 Euro.

Auch die Azubivergütungen steigen – von bisher 900, 1035 und 1200 Euro im ersten, zweiten bzw. dritten Lehrjahr entsprechend auf 1000, 1150 und 1300 Euro.

 

 

IG BAU und BIV haben Anfang Dezember 2024 den Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit beim zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gestellt. Sobald das BMAS die beiden Branchenmindestlöhne im Rahmen des Arbeitnehmerentsendegesetzes für allgemeinverbindlich erklärt, gelten diese für alle gewerblichen Reinigungskräfte in Deutschland.

Deutsche Meisterschaft im Gebäudereiniger-Handwerk 2024 | Badawi Salah aus Hamburg holt sich den Bundessieg

21.11.2024

Mehr als 100 Gewerke beteiligen sich jedes Jahr an Europas größtem Berufswettbewerb: der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk“! Natürlich auch die Gebäudereinigung als beschäftigungsstärkstes Handwerk in Deutschland. Teilnahmeberechtigt sind Gesellinnen und Gesellen, die ihre Prüfung mit mindestens „gut“ abgeschlossen, zum Zeitpunkt der Prüfung das 27. Lebensjahr noch nicht überschritten und sich zuvor in den Länderwettbewerben als Erste durchgesetzt haben. Das heutige Bundesfinale im „Roten Rathaus“ von Berlin konnte Badawi Salah (26) aus Hamburg für sich entscheiden.

Badawi Salah ist vor elf Jahren aus Ägypten nach Hamburg gekommen und erst seit drei Jahren im Gebäudereiniger-Handwerk tätig. Nach seiner erfolgreichen Ausbildung ist sein nächstes erklärtes Karriereziel der Meistertitel. Zweiter wurde Taha Noori aus Berlin (25) vor Dominik Eberhardt aus Thüringen (19). Die drei Wettbewerbsbesten erhalten den mit insgesamt 4.500 Euro dotierten Carl-Gegenbauer-Preis des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Zudem kämpfen sie im folgenden Jahr um den mit 2.000 Euro dotierten „Newcomerpreis“ der Branche.

Austragungsort war das „Rote Rathaus“ von Berlin, Sitz des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU). Er ließ es sich als „Hausherr“ nicht nehmen, die abendliche Siegerehrung persönlich zu begleiten. Unter den Augen der elfköpfigen Jury ging es im rund achtstündigen Wettbewerb zuvor um Bestleistungen an drei Stationen: die Reinigung eines denkmalgeschützten Granitbodens mit Orbitalmaschinen, die Aufbereitung des roten Teppichs im Eingangsbereich mit Shampoonierung und Sprühextraktion sowie die Reinigung der historischen Bleiverglasung in 7 Metern hohen Fenstern.

 

Foto (Quelle: BIV/Berno Buff), von links nach rechts: Olaf Bande/Obermeister Gebäudereiniger-Innung Berlin, Kai Wegner, Badawi Salah, Taha Noori, Dominik Eberhardt, Matthias Stenzel

Ziel des Wettbewerbs ist es alljährlich, die Vielfalt des Berufs näherzubringen und herausragenden Nachwuchs zu fördern. „Bei der Deutschen Meisterschaft sind die großen Scheinwerfer auf unser Handwerk gerichtet“, so BIV-Vorstandsmitglied Matthias Stenzel bei seiner Laudatio im Rahmen der Siegerehrung. „Natürlich sind alle gespannt darauf, wer die Bundessieger sind. Insgesamt verfolgt dieser Wettbewerb aber ein höheres Ziel: Mit diesem Leuchtturm-Event möchten wir Vorurteilen entgegentreten, Öffentlichkeit gewinnen und im wahrsten Sinne auch unser Image aufpolieren.“

 

„Große Tarifkommission“ auf Arbeitgeberseite macht Weg frei für Tarifkompromiss mit IG BAU

21.11.2024

Mehr als 16 Stunden war in der vergangenen Woche zwischen der Gewerkschaft IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) auf Arbeitgeberseite in Köln verhandelt worden. Gestern Nachmittag hat die bundesweite „Große Tarifkommission“ des BIV den tariflichen Weg für die Jahre 2025 und 2026 geebnet – einstimmig.

Im Kern sieht der 24-monatige Tarifvertrag eine Erhöhung der allgemeinverbindlichen Branchenmindestlöhne (Lohngruppe 1 und Lohngruppe 6) vor: In der Einstiegs-Lohngruppe (LG 1) steigt der Branchenmindestlohn zum 1. Januar 2025 von 13,50 Euro auf 14,25 Euro und zum 1. Januar 2026 auf 15 Euro. Der Branchenmindestlohn für Fachkräfte (LG 6) steigt zum 1. Januar 2025 von 16,70 Euro auf 17,65 Euro und zum 1. Januar 2026 auf 18,40 Euro. Die Azubivergütung erhöht sich zum 1. Januar 2025 je nach Lehrjahr auf 1000, 1150 bzw. 1300 Euro.
Vorbehaltlich der Zustimmung durch die IG BAU wäre der nächste Schritt die Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit im Rahmen des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Tarifeinigung im Gebäudereiniger-Handwerk | Arbeitgeber: „Tarifkompromiss trägt den wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten Rechnung“

15.11.2024

Nach 16-stündigen Verhandlungen konnten sich die Gewerkschaft IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerk (BIV) auf Arbeitgeberseite im Rahmen der vierten Tarifrunde in der Nacht vom 14. auf den 15. November in Köln auf einen Tarifkompromiss einigen. Der allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn in der Einstiegs-Lohngruppe (Lohngruppe 1) steigt zum 1. Januar 2025 von 13,50 Euro auf 14,25 Euro und zum 1. Januar 2026 auf 15 Euro, eine Tariflohnerhöhung von insgesamt 11,1 Prozent. Der allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn für Fachkräfte (Lohngruppe 6) steigt zum 1. Januar 2025 von 16,70 Euro auf 17,65 Euro und zum 1. Januar 2026 auf 18,40 Euro, eine Tariflohnerhöhung von insgesamt 10,2 Prozent. Die Azubivergütungen erhöhen sich zum 1. Januar 2025 für die zweijährige Laufzeit von 900, 1035 bzw. 1200 Euro je nach Lehrjahr auf 1000, 1150 bzw. 1300 Euro. Ein 13. Monatseinkommen sieht der Tarifvertrag nicht vor. Beide Seiten haben ab Ende 2025 Gespräche über einen möglichen Gewerkschaftsbonus ab 2027 vereinbart.

Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn:

„Es waren bis zum Schluss harte, teils verhärtete Gespräche. Vor allem die in dieser Höhe noch nie dagewesene Maßlosforderung der IG BAU von mehr als 30 Prozent für ein Jahr hat die Runde belastet.

Das Tarifpaket für die Jahre 2025 und 2026 ist für die Betriebe extrem herausfordernd. Am Ende steht ein Kompromiss, der den wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten, den Interessen der Branche sowie der Sozialpartnerschaft Rechnung trägt.

Gewichtige Argumente sind die Allgemeinverbindlichkeit und die 2-jährige Planungssicherheit für Unternehmen und Auftraggeber. Gespräche über einen möglichen Bonus für Gewerkschaftsmitglieder werden erst Ende nächsten Jahres aufgenommen.

Foto (Quelle BIV): Christian Kloevekorn, Vorsitzender BIV-Tarifkommission und Ulrike Laux, Verhandlungsführerin IG BAU

Einigkeit mit der IG BAU besteht darin, sich dem Azubimangel auch tarifpolitisch zu stellen. Die Erhöhungen sind notwendig, wenn wir den Negativtrend zumindest abbremsen wollen.

Unsere Tarifeinigung ist am Ende auch ein Beleg für eine seit Jahrzehnten funktionierende Sozialpartnerschaft in unserem Handwerk. Damit setzen wir die klare Botschaft, die Tarifautonomie im anstehenden Bundestagswahlkampf nicht zum politischen Spielball zu machen.“

 

„Unternehmenspreis der Gebäudedienstleister 2024“ | Einstimmiges Juryurteil für „Schulten Gebäudedienste“ aus Nordrhein-Westfalen

05.11.2024

29 Unternehmen hatten sich bis Juli 2024 um den Preis beworben – den Titel gewinnt: „Schulten Gebäudedienste“ aus Remscheid. Das Traditionsunternehmen mit 2.600 Beschäftigten überzeugte die Jury mit seiner „Nummer gegen Kummer“. Seit 1999 haben Beschäftigte dort die Möglichkeit, sich mit ihren individuellen Anliegen und Sorgen vertrauensvoll an die betriebsinterne Sozialassistenz zu wenden. Die Preisübergabe fand heute Nachmittag im Rahmen des zweitägigen Branchenkongresses „Zukunftsforum Gebäudedienste“ in Weimar statt – veranstaltet vom Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und dem Fachmedium „rationell reinigen“ aus dem Verlag „Holzmann Medien“. Die Verleihung wurde mit einem Grußwort von Dr. Katja Böhler (SPD), der Staatssekretärin für Forschung, Innovation und Wirtschaftsförderung in Thüringen, begleitet.

Ob Behördengänge, Hilfe im Bürokratiedschungel, ob Krankenbesuche oder einfach nur das offene Ohr und die sprichwörtliche Schulter zum Anlehnen – seit einem Vierteljahrhundert bietet das Unternehmen diese Möglichkeit. „Schulten Gebäudedienste“ möchte mit seiner Sozialassistenz Wertschätzung für die Mitarbeitenden zeigen und damit Bindung und Betriebszugehörigkeitsgefühl der Belegschaft erhöhen.

Die Jury [Holger Eickholz, Jury-Vorsitzender & Vorsitzender BIV-Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit, Tanja Cujic, BIV-Bundesvorstand, Matthias Stenzel, BIV-Bundesvorstand, Christian Schmitt, BIV-Ausschuss Technik und Betriebswirtschaft, Wolfgang Molitor, BIV-Hauptgeschäftsführer, Günter Herkommer, Chefredakteur „rationell reinigen“] bewertete diesen Ansatz als vorbildlich und votierte einstimmig: „Das Leuchtturm-Projekt überzeugt in Zeiten zunehmenden Personalmangels und hoher Fluktuation mit starkem Vorbildcharakter. Die ‚Nummer gegen Kummer‘ hat die Jury tief beeindruckt – denn sie zeigt, dass unsere Branche ein großes Herz hat! Dieses Engagement setzt Maßstäbe für eine herausragende Form der Unternehmenskultur.“

 

Foto (von links): Holger Eickholz, Heike Polixa, Sozialassistentin „Schulten Gebäudedienste“, Oliver Knedlich, geschäftsführender Mitgesellschafter „Schulten Gebäudedienste“, Dr. Katja Böhler

Der „Unternehmenspreis der Gebäudedienstleister“ wurde erstmals 2022 in München verliehen. Das Grußwort in Weimar hielt die Thüringische Staatssekretärin für Wirtschaft, Frau Dr. Katja Böhler. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und kommt einer karitativen Einrichtung nach Wahl des Siegers zugute.

 

„Newcomerpreis“ geht nach Baden-Württemberg

04.11.2024

Am Vortag des „Zukunftsforum Gebäudedienste“ tritt traditionell die Mitgliederversammlung des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) zu ihrer Herbstsitzung zusammen. Dabei tauschten sich die rund 120 Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet heute Nachmittag in Weimar mit dem Thüringischen Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) aus, der die Sitzung mit einem Grußwort eröffnet hatte (s. Foto). Im Rahmen der verbandspolitischen Themen stand vor allem die Information über die aktuelle Tarifrunde mit der IG BAU im Fokus. Zum dritten Mal wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung zudem der BIV-„Newcomerpreis“ verliehen. Nachdem der Titel im vergangenen Jahr an einen Gesellen aus Bayern ging, nahm den diesjährigen Preis die Baden-Württembergerin Sarah Lutz entgegen (s. Foto). Dotiert ist der Preis mit 2000 Euro.

Foto 1: Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich und Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD),  Foto 2: Sarah Lutz und der Juryvorsitzende Holger Eickholz bei der Verleihung des „Newcomerpreises“

Doppeltitel für Sarah Lutz: Die 21-Jährige hatte im vergangenen Jahr in Düsseldorf den ersten Platz bei der „Deutschen Meisterschaft“ gewonnen. In diesem Jahr er-„postete“ sie sich den BIV-„Newcomerpreis“. Das Konzept sieht vor, dass die drei Nachwuchsbesten der „Deutschen Meisterschaft“ ein halbes Jahr lang im Social-Media-Bereich persönlich und individuell über ihr Handwerk berichten.

 

Die Jury, bestehend aus vier Mitgliedern des BIV-Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit [Olaf Bande, Ulf Henning, Erich Peterhoff, Vorsitzender Holger Eickholz], votierte einstimmig: „Auch dieser Titel ist hochverdient, weil Sarah Lutz unser Handwerk als Branchenbotschafterin in den sozialen Netzwerken würdig, erfrischend und sympathisch repräsentiert hat und dabei eine respektable Zahl an Likes, Klicks und Followern gewinnen konnte“, so der Jury-Vorsitzende Holger Eickholz: „Last but not least gratulieren wir Sarah Lutz zur bestandenen Meisterprüfung, die sie spannenderweise auch zum Thema bei Instagram gemacht hat.“

Ermöglicht hat den „Newcomerpreis“ das Ehepaar Erika und Franz Reitmeier (verstorben 2019 bzw. 2017). Dieses hatte dem BIV mit einem Erbe in Höhe von 20.000 Euro bedacht und damit das Anliegen verbunden, die Nachwuchsförderung voranzutreiben. Mehr als dreißig Jahre lang war Franz Reitmeir als Obermeister für die Innung Südbayern, mehr als 25 Jahre als Landesinnungsmeister für Bayern im Ehrenamt tätig, zudem war er Mitglied in der BIV-Tarifkommission.

 

 

BIV-Podcast „Glanzstück“ 3/2024

30.10.2024

Berichtspflichten, starres Arbeitszeitgesetz und Eingriff in die Tarifautonomie – Unternehmen im Dauerstress

Welche juristischen Herausforderungen belasten die Unternehmen aktuell? Das ist Thema der neuen „Glanzstück“-Folge, dem Podcast des Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Im Gespräch mit zwei ausgemachten Experten: Roland Wolf ist seit bald drei Jahrzehnten Geschäftsführer und Abteilungsleiter für Arbeitsrecht und Tarifpolitik bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Der zweite Gesprächspartner ist Jurist und „Betroffener“. Sven Fluske, Mitglied im BIV-Ausschuss für Rechts- und Wettbewerbsfragen und seit fünf Jahren Geschäftsführer in einem Mitgliedsunternehmen aus Ludwigshafen mit rund 1.300 Beschäftigten.

Ob Tariftreuegesetz, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder Nachhaltigkeitsberichterstattung – beide Gesprächspartner eint die Überzeugung, dass die Bürokratielast steigt: „Wenn sie sich dieses bekannte Taschenbuch zum Arbeitsrecht ansehen, das ist in den letzten 40 Jahren knapp um das doppelte angewachsen“, so Roland Wolf. „Und keiner kann mir sagen, es sei alles doppelt so gut geworden.“

Sven Fluske wünscht sich vom Gesetzgeber Zurückhaltung statt Regelungswut, zum Beispiel bei der „Politisierung von Mindestlöhnen“. Mehr Flexibilität dagegen fordert er beim Arbeitszeitgesetz, etwa bei den Ruhezeiten. Das Arbeitszeitgesetz geht bis heute vom Acht-Stunden-Tag aus. Dabei sei eine Teilzeittätigkeit in der Gebäudereinigung viel verbreiteter: „Ich denke, man darf darüber einig sein, dass ich nach acht Stunden eine andere körperliche Belastung erfahren habe als nach vier Stunden. Das spiegelt sich überhaupt nicht in unserer arbeitsrechtlichen Gesetzgebung wider.“

Unverständlich, so Fluske, sei zudem, dass die Branche von manch aktueller Bürokratieentlastung durch die Bundesregierung gar nicht erst profitiere. So bleibt es der Gebäudereinigung als Branche des §2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes untersagt, Verträge in Textform auszufertigen: „Unsere Lohnabrechnungen laufen seit vielen Jahren digital, das läuft einwandfrei. Pauschal zu unterstellen, unsere Beschäftigten könnten mit digitaler Technik nicht umgehen oder hätten keinen Zugang dazu, geht wirklich an der Lebensrealität vorbei.“

Auch die aktuelle Debatte über die telefonische Krankschreibung spielt im Podcast eine Rolle. In der BIV-Herbstumfrage hatte eine große Mehrheit der Gebäudereiniger für die Abschaffung votiert. Roland Wolf von der BDA teilt diese Einschätzung zwar, wünscht sich jedoch eine Weitung der Debatte. Schließlich sei die telefonische Krankschreibung nur ein „Symptom“, nicht aber die „Quelle“. Laut BDA-Rechtschef bedarf es einer Diskussion über das Entgeltfortzahlungsgesetz als ein Element der Belastung: „Die Unternehmen zahlen in Deutschland eine gewaltige Summe von 77 Milliarden Euro Entgeltfortzahlung – an das Thema muss man einfach ran.“

„Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie auf der BIV-Webseite: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/presse-und-kommunikation/podcast-glanzstueck/#intro

Dritte Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk | Arbeitgeber legen IG BAU Tarifkompromiss vor

24.10.2024

3,7 % für 2025 und 2,5 % für 2026: Arbeitgeber legen IG BAU Tarifkompromiss vor, der die „äußerst schwierige wirtschaftliche Realität abbildet“

 

Auch in der dritten Tarifrunde für Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk zwischen der Gewerkschaft IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) auf Arbeitgeberseite hat es heute keine Einigung gegeben. Im Rahmen der rund sechs-stündigen Gespräche in Frankfurt am Main hat der BIV der Gewerkschaft seinen Lohnkompromiss unterbreitet: Dieser sieht für die zentrale Lohngruppe 1 (zurzeit 13,50 €) einen 24-monatigen Tarifvertrag vor: Die Arbeitgeberseite bietet für 2025 eine Lohnerhöhung von 3,7 % auf 14 Euro und für 2026 eine nochmalige Erhöhung um 2,5 % auf 14,35 Euro an. Übertragen auf die Lohngruppe der Glasreiniger wären dies für 2025 17,32 Euro und für 2026 17,75 Euro. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 14. November 2024 in Köln geplant.

Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn:

„Nach der abstrusen Maßlos-Forderung von mehr als 30 Prozent pro Jahr und nach Terminabsagen der IG BAU für Juli, August und September hofft die Arbeitgeberseite im Sinne der Unternehmen, der Beschäftigten und der Auftraggeber endlich auf zielorientierte Verhandlungen.

Fakt ist: Die deutsche Wirtschaft steckt tief in der Krise. Wenn die Wirtschaft stagniert, dann stagniert in der Folge auch unser industrienahes Dienstleistungshandwerk, welches ausschließlich im Kundenauftrag tätig ist. Unsere aktuelle Herbst-Konjunkturumfrage unterstreicht, dass die Prognose der Unternehmen historisch negativ sind.

Wir haben der IG BAU heute einen Tarifkompromiss unterbreitet, der zum einen sachorientiert und entgegenkommend ist, und auf der anderen Seite die äußerst schwierige wirtschaftliche Realität abbildet.“

 

Die fünf wichtigsten Tarif-Fakten zum Gebäudereiniger-Handwerk

Herbst-Konjunkturumfrage | Schlechte Geschäftsprognosen im Gebäudereiniger-Handwerk | Branche fordert Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

11.10.2024

Noch nie seit Einführung der Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) war der Herbst-Ausblick so negativ. Das Gebäudereiniger-Handwerk ist mit knapp 700.000 Beschäftigten Deutschlands personalintensivstes Handwerk. Seit 2019 präsentiert der Verband zweimal im Jahr exklusiv seine Daten. Demnach blicken lediglich 18,5 % der befragten Unternehmen auf 2025 mit positiver Geschäftserwartung. 43,4 % erwarten lediglich gleichbleibende Geschäfte, 38,1 % blicken mit negativen Vorzeichen in die Zukunft. Ähnlich kritisch – wenn auch nicht ganz so düster – fällt der Blick auf das laufende Jahr 2024 aus. Fokusthema der Umfrage ist die telefonische Krankschreibung, die die große Mehrheit der Unternehmen kritisch betrachtet.

 Der Ausblick auf das Jahr 2024 bleibt analog zu den Frühjahrszahlen von großer Skepsis gekennzeichnet: Nur noch 20,8 % (Frühjahr: 24,6 %) der befragten Unternehmen blicken mit positiver Geschäftserwartung auf das laufende Jahr. 56,1 % (Frühjahr: 47,4 %) erwarten gleichbleibende Geschäfte, 23,1 % (Herbst: 28 %) blicken mit negativen Vorzeichen auf die Geschäfte im Jahr 2024.

Telefonische Krankschreibung

Um Arztpraxen und Patienten zu entlasten, wurde die telefonische Krankschreibung in der Corona-Pandemie als Sonderregelung eingeführt und mehrfach verlängert. Seit Dezember 2023 ist die Krankschreibung per Telefon wieder grundsätzlich möglich – mit klarer Konsequenz für die Unternehmen der beschäftigungsstärksten Handwerksbranche in Deutschland: Bei 71,3 % der befragten Unternehmen hat sich der Krankenstand seitdem erhöht, bei 28,9 % ist er konstant geblieben, bei 0,8 % gesunken.

 

 

 

 

33,3 % der betroffenen Betriebe geben an, der Krankenstand habe sich durch die telefonische Krankschreibung konkret um bis zu 10 % erhöht. 22,4 % nennen eine Größenordnung von bis zu 20 %, 7,5 % geben eine Erhöhung um bis zu 30 % an: „Die telefonische Krankschreibung war in der Pandemie sinnvoll – nun gereicht sie unseren Betrieben den Zahlen nach aber eindeutig zum Nachteil“, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. „Es ist richtig, dass die Bundesregierung das Instrument im Rahmen ihrer Wachstumsinitiative überprüfen will – für uns ist die einzig richtige Konsequenz: Abschaffung.“

Die abschließende Meinung im Gebäudereiniger-Handwerk ist eindeutig: Eine Mehrheit von 81,4 % der befragten Unternehmen fordert die Abschaffung des Instruments. 10,5 % sind für Beibehaltung, 8,1 % sind unentschlossen.

Sorgenskala: Politischer Eingriff in die Tarifautonomie und steigende SV-Kosten

Zwei Themenfelder bereiten den Unternehmen besonders große Kopfschmerzen. Auf der Skala ganz oben (von 1 bis 10) rangiert mit 8,5 Punkten die Sorge vor zunehmendem Eingriff der Politik in die Tarifautonomie – sei es der erneute Eingriff der Bundespolitik in den gesetzlichen Mindestlohn, seien es Vergabemindestlöhne in Städten oder Bundesländern. Jüngstes Beispiel: Statt sich politisch aus der Lohnfindung herauszuhalten, hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) einen gesetzlichen Mindestlohn von rund 15 Euro ab 2026 gefordert und damit erneut die verantwortliche Mindestlohnkommission beschädigt.

Mit 7,8 Punkten ebenso hoch gewichtet ist die Sorge der Unternehmen vor explodierenden Kosten im Sozialversicherungssystem: Dabei sehen die befragten Betriebe mit 45 % die größte finanzielle Sprengkraft im Bereich der Krankenkassen, dicht gefolgt vom Rentensystem mit 39,9 %. 13,2 % beurteilen die Kostenprognosen für den Pflegebereich am kritischsten. Die Arbeitslosenversicherung sehen dagegen nur 1,9 % als größtes Problemfeld.

 

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An der Online-Umfrage haben sich im Zeitraum vom 12. bis 30. September 2024 bundesweit mehr als 400 Mitgliedsunternehmen beteiligt.

Tarifverhandlungen im Gebäudereiniger-Handwerk | Arbeitgeber fordern Gewerkschaft zu zügigem Tarifabschluss auf: „IG BAU spielt auf Zeit“

17.09.2024

Nach der zweiten Tarifrunde für Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk am 11. September 2024 fordert der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) die IG BAU auf, umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Verhandlungstaktik der Gewerkschaft bremse die gesamte Branche tarifpolitisch aus. Die Arbeitgeberseite hatte gehofft, dass die Gewerkschaft in der zweiten Verhandlungsrunde vor sechs Tagen von ihrer Maßlos-Forderung von mehr als 30 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten Abstand nimmt. Das ist nicht geschehen. Daher habe man sich auf eine dritte Runde vertagt – auf alleinigen Wusch der Gewerkschaft allerdings erst Ende Oktober.

Hierzu erklärt Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Tarifkommission:

„Wir müssen feststellen, dass die IG BAU ein doppeltes Spiel spielt: In der Öffentlichkeit macht sie auf Attacke, am Verhandlungstisch dagegen spielt sie auf Zeit.

Zu den Fakten: Die Arbeitgeberseite hat nach der ersten Tarifrunde Mitte Juni angeboten, sowohl im Juli als auch im August weiterzuverhandeln. Dies hat die IG BAU abgelehnt. Genauso haben die Arbeitgeber nach der jüngsten Runde eine Fortführung der Gespräche Ende September und Anfang Oktober angeregt. Dies hat die IG BAU erneut abgelehnt und die Tarifrunde künstlich auf Ende Oktober gestreckt.

Unsere Unternehmen, die Beschäftigten und Auftraggeber erwarten seriöse und zielorientierte Verhandlungen. Wir wollen einen zügigen Tarifabschluss und fordern die Gewerkschaft daher auf, ihre Spielchen zu lassen und umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“

Zweite Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk | Arbeitgeber: „Keine Basis für sinnhafte Gespräche“

11.09.2024

IG BAU beharrt auf Maßlos-Forderung von mehr als 30 Prozent pro Jahr – Arbeitgeber: „Keinerlei Basis für sinnhafte Gespräche“

Auch die zweite Tarifrunde für Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk zwischen der Gewerkschaft IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) auf Arbeitgeberseite hat keinerlei Bewegung gebracht. Im Gegenteil – die Gewerkschaft blieb im Rahmen der rund vierstündigen Gespräche in Frankfurt am Main bei ihrer Maßlos-Forderung von mehr als 30 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die IG BAU fordert für die mit Abstand beschäftigungsstärkste Entgeltgruppe (Lohngruppe 1) eine Lohnerhöhung von 13,50 € auf 16,50 € [=22,22 %] sowie ein 13. Monatseinkommen für Gewerkschaftsmitglieder [= 8,33 % // in Summe = 30,55 %]. Der nächste Verhandlungstermin ist erst für Ende Oktober geplant. Die Arbeitgeberseite hatte mehrere kurzfristige Termine für Ende September und Anfang Oktober vorgeschlagen.

Der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn erklärt:

„Die IG BAU weiß seit vielen Monaten, dass ihre Maßlos-Forderung von mehr als 30 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten keinerlei Basis für sinnhafte Gespräche ist. Und dennoch gab es heute ein und dieselbe Forderung. Fazit: Stillstand auf ganzer Linie.

Wir hatten uns in Tarifrunde zwei ein Mindestmaß an wirtschaftlichem Realitätssinn von der Gewerkschaft erhofft: Während die Inflation sinkt, erleben wir eine Stagnation der deutschen Wirtschaft, eine Flaute der Industrie, die sich aktuell zum Beispiel dramatisch bei VW zeigt, sowie ein trübes Geschäftsklima im Dienstleistungssektor – vor all diesen Schwierigkeiten für unser industrienahes Dienstleistungshandwerks verschließt die IG BAU ihre Augen.

Zwei Sachhinweise haben wir der Gewerkschaft vor der dritten Tarifrunde mit auf den Weg gegeben: Wir verhandeln nur über einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 24 Monaten. Da wir zudem von der Allgemeinverbindlichkeit zutiefst überzeugt sind, setzen wir uns für Tarifregelungen ein, die für alle Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger in Deutschland gleichermaßen gelten.

Erstaunlich ist, dass die IG BAU gleich drei kurzfristige Terminvorschläge der Arbeitgeberseite zur Unterbreitung eines Angebots abgelehnt hat und erst in knapp 7 Wochen weiterverhandeln will. So drängt sich der Eindruck auf, dass die Gewerkschaft an einem raschen Abschluss im Sinne der Beschäftigten, aber auch der Unternehmen und Kunden kein gesteigertes Interesse hat.“

Die fünf wichtigsten Tarif-Fakten zum Gebäudereiniger-Handwerk

BIV-Podcast „Glanzstück“ 2/2024 – Gebäudereiniger-Handwerk startet mit neuer „Azubi-App“

17.07.2024

Ab August 2024 bietet der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) seinen ausbildenden Mitgliedsunternehmen ein eigenes digitales Berichtsheft bzw. eine eigene Azubi-App an: „In der Schule lernen die jungen Menschen auch mit digitalen Medien. Insofern ist das Berichtsheft von Hand nicht mehr zeitgemäß“ – klare Zustimmung für das Projekt von Nina Eppers-Arens, BIV-Ausschussvorsitzende für Berufliche Bildung. Die 36-jährige Saarländerin wurde jüngst von der Mitgliederversammlung in Warnemünde neu gewählt. In der heute veröffentlichten „Glanzstück“-Folge, dem BIV-Podcast, geht es im Gespräch mit Nina Eppers-Arens zudem um Ursachen und Lösungen für den Azubi-Mangel sowie um die anstehende „Deutsche Meisterschaft“ in Berlin.

 

Für Nina-Eppers-Arens standen zwei Dinge bereits frühzeitig fest: Zum einen ihr Einstieg in das Familienunternehmen, in dem sie heute als Prokuristin tätig ist. Auf dem Weg dorthin hat die Saarländerin ganz unterschiedliche Lernerfahrungen gesammelt – Abitur, Studium, Ausbildung, Meistertitel. Zum anderen bezeichnet sie ihr Engagement in der Verbandsarbeit als folgerichtig. Schon ihr Vater habe sich als stellvertretender Landesinnungsmeister für die Ausbildung, das Handwerk und den bundesweiten Branchenaustausch engagiert: „Ehrenamt ist für mich persönlich, aber auch für unsere Gesellschaft eine wichtige Säule. Gerade Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg und zur Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft. Mich treibt es an, die Themen aktiv mitzugestalten.“

Aktuell gibt es in der Gebäudereinigung in allen drei Lehrjahren zusammen nur noch rund 1.500 Azubis – im 10-Jahresvergleich ein Minus von 50 Prozent. Für die sinkenden Zahlen gebe es vielfältige Gründe, so Nina Eppers-Arens. Vor allem am Image der Branche müsse weiterhin gearbeitet werden. Entschlossen widerspricht die Ausschussvorsitzende aber Stimmen, die das Thema Ausbildung grundsätzlich in Frage stellen: „Jeder Azubi, den man gewinnt oder behält, ist wichtig. Zudem wird man denen nicht gerecht, die sich viele Jahre intensiv um das Thema gekümmert haben. Aufgeben ist gar keine Option!“

Auf die „Deutsche Meisterschaft“ im November im „Roten Rathaus“ in Berlin freut sich Nina Eppers-Arens ganz besonders. Nicht nur, weil der „Wettbewerb für das Image Gold wert ist“. Sondern auch, weil sie als Ausschussvorsitzende und Jury-Mitglied erstmals aktiv hinter die Kulissen schauen darf.

„Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über die BIV-Webseite: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/presse-und-kommunikation/podcast-glanzstueck/#intro

„Ampel-Pläne im Schneckentempo“ – Gebäudereiniger-Handwerk kritisiert Abschaffung der Steuerklassen III/V 2030 als viel zu spät

16.07.2024

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat in einem Referentenentwurf eines zweiten Jahressteuergesetzes 2024 endlich die lang geforderte Überführung der Steuerklassen 3 und 5 in des Faktorverfahren aufgegriffen. Diesen Schritt fordert Deutschlands beschäftigungsstärkste Handwerksbranche aus vielerlei Gründen seit langer Zeit. Bei aller Richtigkeit des Vorhabens und bei allem Verständnis für die Vorbereitungen in der Finanzverwaltung ist der geplante Reformbeginn zum Jahresbeginn 2030 höchst unbefriedigend. Dazu erklärt Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich:

 

„Papier ist geduldig – das hat die Ampel einmal mehr bewiesen. Seit 2021 steht die Abschaffung der Steuerklassen-Kombination III/V im Koalitionsvertrag. Drei Jahre hat es bis zu einem Entwurf gedauert. Weitere fünfeinhalb Jahre soll die Reform nun in der Verwaltung vorbereitet werden.

Fest steht: Wenn unsere Unternehmen in diesem Schneckentempo planen und umsetzen würden, wären sie nicht mehr am Markt. Als Wirtschaft können wir bei den nächsten Gesetzen, Regelungen, Vorgaben oder Bürokratieauflagen aber hoffentlich auch auf derlei üppige Vorbereitungszeiten hoffen, die sich Politik und Verwaltung verordnen.

Ohne Frage: Die Reform ist richtig und lange überfällig: Steuerklasse V führt zumeist bei den arbeitenden Ehefrauen zu überdurchschnittlich hohen Abzügen vom Bruttolohn sowie zu hohen Einbußen bei Lohnersatzleistungen wie Eltern- oder Krankengeld. Im Zweifel entscheiden sich Ehefrauen gänzlich gegen Arbeit oder für weniger Arbeit. Insofern bedeutet die Reform mehr Rückenwind für den Arbeitsmarkt.

Umso unverständlicher ist es, dass die Bundesregierung bei dieser großen Relevanz des Themas einen solch unambitionierten und kleinen Gang einlegt.“

Unternehmen weisen IG-BAU-Rekordforderung von mehr als 30 Prozent entschieden zurück: „Mischung aus Maßlosigkeit und Realitätsverweigerung“

18.06.2024

Auftakt-Tarifrunde für Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk: Gewerkschaft IG BAU und Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) auf Arbeitgeberseite beendeten die Gespräche in Frankfurt am Main nach rund vier Stunden. Die Gewerkschaft fordert für die mit Abstand beschäftigungsstärkste Entgeltgruppe (Lohngruppe 1) nicht nur eine Erhöhung von 22,22 Prozent (13,50 € auf 16,50 €), sondern zudem ein 13. Monatseinkommen für Gewerkschaftsmitglieder. Dies bedeutet eine zusätzliche Lohnsteigerung von 8,33 Prozent. Insofern summiert sich die IG-BAU-Rekordforderung auf mehr als 30 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der nächste Termin soll im September stattfinden.

Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn:

„Die Lohnforderung der IG BAU von mehr als 30 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten bewerten wir als eine Mischung aus Maßlosigkeit und Realitätsverweigerung.
Aus diesem Grund hat die Arbeitgeberseite heute kein Gegenangebot vorlegen können. Zu eklatant ist der Abstand zwischen den völlig überzogenen Visionen der IG BAU und dem Blickwinkel der Unternehmen.

Die IG BAU blendet den wirtschaftlich schwierigen Kontext für unser industrienahes Dienstleistungshandwerk völlig aus: Während sich die Inflation gerade auch im Sinne der Beschäftigten normalisiert, ist die Wirtschaftsprognose für Deutschland mager, die Auftraggeber für Reinigungsdienstleistungen agieren merklich zurückhaltend und die Branchenstimmung der Unternehmen ist laut aktueller Frühjahrsumfrage gedämpft.

Die Auftaktrunde war inhaltlich frustrierend. In Runde zwei wünschen wir uns von der IG BAU eine Besinnung auf ein Mindestmaß an wirtschaftlicher Seriosität.“

BIV-Mitgliederversammlung: Erfolgreiche Ausschuss-Wahlen im Zentrum der Sitzung

17.05.2024

Die Mitgliederversammlung des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hat heute in Warnemünde getagt. Neben dem „Bericht aus Berlin“ von Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich und einer Vorschau auf die anstehende Tarifrunde durch Christian Kloevekorn, den Vorsitzenden der Tarifkommission, stand nach drei Jahren turnusgemäß die personelle Besetzung der Fachausschüsse im Zentrum der Sitzung. Politischer Spitzengast war Dr. Heiko Geue (SPD), Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Einladung an die Ostsee hatte die Landesinnung Nordost anlässlich ihrer 100-Jahr-Feier ausgesprochen, welche am Vorabend feierlich begangen wurde.

Die rund 90 Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet bestätigten drei von vier Ausschuss-Vorsitzende: Holger Eickholz (Öffentlichkeitsarbeit), Detlef Ptak (Recht- und Wettbewerbsfragen) sowie Karl Breer (Technik und Betriebswirtschaft).

Neu gewählt wurde die saarländische Unternehmerin Nina Eppers-Arens als Vorsitzende für den Ausschuss Berufsbildung. (Die Auflistung der gewählten Ausschussmitglieder finden Sie in den folgenden Tagen auf unserer Webseite.)

Marion Presek-Haster hatte nach sechsjähriger Amtszeit nicht mehr für den Vorsitz im Berufsbildungs-Ausschuss kandidiert. Als zuständiges Bundesvorstands-Mitglied würdigte Matthias Stenzel ihr Wirken: „Mit Deinem unermüdlichen Einsatz hast Du unsere Ausschussarbeit mit den vielen zählbaren Erfolgen in den vergangenen Jahren auf ein neues Level gehoben.“ In der Amtszeit von Marion Presek-Haster ist unter anderem die neue Gesellenprüfungsverordnung in Kraft getreten, die inhaltliche Neuaufstellung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung vorangetrieben sowie die Meisterprüfungsverordnung neu aufgestellt worden.

Nach rund zehnjähriger „Dienstzeit“ und einjährigem Relaunch-Prozess innerhalb des Verbandes wurde den Delegierten zudem die neue BIV-Webseite offiziell vorgestellt.

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Fotohinweise (Quelle BIV): 1 Thomas Dietrich und Finanzminister Dr. Heiko Geue // 2 Die vier Ausschussvorsitzenden (von links nach rechts): Karl Breer, Holger Eickholz, Nina Eppers-Arens, Detlef Ptak // 3 Matthias Stenzel und Marion Presek-Hast

Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) weist Tarifforderung der IG BAU als „abenteuerlich“ zurück

24.04.2024

Die IG BAU hat heute ihre Lohnforderung für die anstehende Tarifrunde veröffentlicht. Die Gewerkschaft fordert 3 Euro mehr pro Stunde und damit für die beschäftigungsstärkste Lohngruppe 1 (aktuell 13,50 Euro) eine Erhöhung um 22,22 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die erste Tarifrunde findet am 18. Juni 2024 statt.

Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn:

„Hohe Abschlüsse zu fordern, gehört zur Tradition und auch zum Marketing der Gewerkschaft. Zu groß sollte der Abstand zwischen Wunsch und Wirklichkeit allerdings nicht ausfallen, bevor man in seriöse Gespräche eintritt.

Zur Wirklichkeit: Während sich die Inflation mehr und mehr normalisiert, bleibt die Wirtschaftsprognose für Deutschland nachweislich mau und die Stimmung bei den Unternehmen der Gebäudereinigung laut aktueller Frühjahrsumfrage eingetrübt: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/presse/aktuelle-presseinformationen/detail/fruehjahrs-konjunkturumfrage-stimmung-in-deutschlands-beschaeftigungsstaerkstem-handwerk-weiter-eingetruebt

Vor diesem Hintergrund ist eine Lohnforderung von 22,22 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten als geradezu abenteuerlich zu bezeichnen und kann nur deutlich zurückgewiesen werden.“

Frühjahrs-Konjunkturumfrage – Stimmung in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk weiter eingetrübt

24.04.2024
  • Mehrheit der Unternehmen sucht bis zu 10 Prozent mehr Personal
  • Knapp die Hälfte der Betriebe muss auf neue Kundenaufträge verzichten
  • Bürgergeldkonzept sorgt kaum für Personalgewinnung

Die Stimmung der Unternehmen im Gebäudereiniger-Handwerk bleibt eingetrübt und stagniert damit auf dem Niveau der Herbst-Umfrage 2023 (siehe unten). Das ist das Ergebnis der heute veröffentlichten Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Seit 2019 präsentiert der Verband zweimal im Jahr exklusiv seine Daten. 24,6 % (Herbst 2023: 24,7 %) der befragten Unternehmen blicken mit positiver Geschäftserwartung auf das Gesamtjahr voraus. 47,4 % (Herbst: 49,1 %) erwarten gleichbleibende Geschäfte, 28 % (Herbst: 26,2 %) blicken mit negativen Vorzeichen auf 2024. Fokusthema der Umfrage ist die zunehmende Personalnot der Betriebe – mit messbaren Negativfolgen.

Mehrheitlich fehlt den Unternehmen zusätzliches Personal in einer Größenordnung von bis zu 10 Prozent. Dies gibt mehr als jeder zweite befragte Gebäudedienstleister an (53,9 %). Mehr als ein Fünftel (21,8 %) beziffert den Personalbedarf auf bis zu 20 Prozent. 10 % der Unternehmen geben an, ihnen fehle Personal in einer Größenordnung von bis zu 30 Prozent. 10,9 % sagen dagegen, sie seien nicht auf der Suche nach zusätzlichem Personal.

Personalnot bedeutet Umsatzeinbußen und Auftragsverzicht

Fehlendes Personal heißt fehlendes Geschäft und fehlendes Wachstum. So beziffert fast die Hälfte der befragten Unternehmen (47,4 %) den personalbedingten Umsatzverlust auf bis zu 10 Prozent. 21,2 % geben Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent an. 22,8 % können keinen Umsatzverlust erkennen oder diesen nicht beziffern. Der steigende Personalmangel hat bei fast der Hälfte der befragten Unternehmen zur Folge, keine neuen Aufträge annehmen zu können: 45,3 % geben an, sie müssten sehr häufig bzw. häufig auf die Annahme neuer Kundenaufträge verzichten. Bei 28,6 % ist dies gelegentlich der Fall. 26,1 % machen diese Erfahrung selten bis nie.

Branche steht für Internationalität und Vielfalt

In der aktuellen politischen Debatte in Deutschland gibt es auch Stimmen, die sich gegen die Europäische Union, gegen Vielfalt, gegen Integration und Migration aussprechen. Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich stellt für das Gebäudereiniger-Handwerk einmal mehr klar: „Wir sind die Branche der Chance – für alle! Unsere Zahlen untermauern, dass in unseren Betrieben Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz herrschen.“ 78,4 % der befragten Unternehmen halten es im Rahmen ihrer Personalsuche für sehr wichtig, wichtig bzw. eher wichtig, auf Menschen aus der ganzen Welt sowie mit Migrations- und Fluchthintergrund zu setzen. 14 % bezeichnen diesen Aspekt eher als unwichtig, 7,6 % als unwichtig.

Kaum Beschäftigte aus dem Bürgergeldbezug für die Betriebe gewonnen

Die BIV-Herbstkonjunkturumfrage 2023 hat für ein großes politisches sowie mediales Echo gesorgt. Damals hatte eine große Mehrheit der Unternehmen Sorge (Bewertungsskala 8,8 von 10) geäußert, dass Bürgergeld trete zunehmend in Konkurrenz zum Lohnerwerb: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/presse/aktuelle-presseinformationen/detail/herbst-konjunkturumfrage-2023

Auch diesmal haben wir unsere Unternehmen zu dem Thema befragt. Schließlich ist es erklärtes Ziel des Bürgergeldkonzepts der Bundesregierung, Menschen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt weiterzubilden, zu qualifizieren und ihnen einen Berufsabschluss zu ermöglichen. 85,7 % der befragten Unternehmen ist es seit Einführung des Bürgergelds zum Januar 2023 nicht gelungen, Menschen aus dem Bürgergeldbezug für eine Arbeit, eine Weiterbildung, Qualifizierung oder auch eine Ausbildung zu gewinnen. 9,4 % konnten diese Frage nicht beantworten. 4,9 % der Betriebe gaben an, Menschen aus dem Bürgergeld für die Gebäudereinigung gewonnen zu haben.

BIV-Podcast „Glanzstück“ Arbeitsrecht, Gesetzesvorhaben, Gerichtsurteile: Verbandspodcast des Gebäudereiniger-Handwerks startet mit neuer inhaltlicher Ausrichtung ins Jahr 2024

19.02.2024

Der Podcast des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) geht in sein viertes Produktionsjahr – mit neuer inhaltlicher Schwerpunktsetzung: 2024 stehen in „Glanzstück“ konkrete juristische Themen, Gesetzesvorhaben der Bundespolitik und der EU sowie zentrale Urteile der Arbeitsgerichte im Fokus. Neben Podcast-Host Christopher Lück, Geschäftsführer für Politik und Kommunikation, wird die neue Verbandsjuristin Andrea-Simone Johannes im Podcast-Gespräch für die juristische Expertise und Einordnung sorgen. Zum Auftakt geht es um die aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zur Krankmeldung nach Ausspruch einer Kündigung. So hat das BAG entschieden, dass unter bestimmten Voraussetzungen im Zusammenhang mit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses die AU- Bescheinigung/elektronische Krankschreibung nicht mehr Beweis genug dafür ist, dass ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin tatsächlich arbeitsunfähig erkrankt ist.

Vielfalt und Wandlungsfähigkeit haben den BIV-Podcast „Glanzstück“ in den vergangenen drei Jahren ausgezeichnet. „Wir haben seit 2021 immer versucht, neue Themen, neue Köpfe und neue Perspektiven zu finden und einzunehmen“, so Christopher Lück. „Das soll in diesem Jahr mit einem gänzlich anderen Zuschnitt unseres Podcasts auch der Fall sein.“

Der Impuls für einen fachspezifisch juristischen Podcast kam von Andrea-Simone Johannes, die seit Anfang 2024 als Syndikusrechtsanwältin beim BIV arbeitet. Sie blickt auf jahrzehntelange Expertise vor allem im Arbeitsrecht zurück. In den vergangenen 17 Jahren war sie Leiterin der Rechtsabteilung bei einem renommierten Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks in Lübeck. Seit 2017 ist Andrea-Simone Johannes zudem Mitglied im BIV-Ausschuss für Rechts- und Wettbewerbsfragen.

In ihrem Unternehmen hat Andrea-Simone Johannes nicht nur Seminare und später Webinare gehalten, sondern für die Objektleiterinnen und Objektleiter einen Wissenspodcast etabliert: „Im Sinne unseres Dienstleistungsgedankens ist es aus meiner Sicht absolut sinnvoll, auf unterschiedlichen Wegen zu kommunizieren“, so die BIV-Juristin. „Damit können wir relevante Informationen jederzeit, an jedem Ort abrufbar bereitstellen und das neben der gebotenen Sachlichkeit hoffentlich auch auf eine unterhaltsame Art und Weise.“

„Glanzstück“ – zu hören auf allen Podcast-Plattformen sowie im Web-Player des BIV: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/service/presse-kommunikation/podcast-glanzstueck/podcast-folgen-2024

13,50 Euro und 16,70 Euro: Branchenmindestlöhne im Gebäudereiniger-Handwerk steigen zum Jahreswechsel – Tarifrunde 2024 wird „extrem herausfordernd“

02.01.2024

Zum 1.1.2024 greift die zweite Stufe des Tarifvertrags, auf den sich die Gewerkschaft IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) auf Arbeitgeberseite Anfang Juni 2022 geeinigt hatten. Demnach steigt der Branchenmindestlohn (Lohngruppe 1) zum 1.1.2024 von 13 auf 13,50 Euro. Der zweite Branchenmindestlohn für Gesellinnen und Gesellen (Lohngruppe 6) erhöht sich von 16,20 Euro auf 16,70 Euro.

Beide Branchenmindestlöhne sind gemäß Arbeitnehmer-Entsendegesetz allgemeinverbindlich und gelten bis Jahresende 2024 bundesweit auch für nicht tarifgebundene Unternehmen und Beschäftigte: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/die-branche/tarifpolitik

Mit der zweiten Stufe des Tarifvertrags setzt sich 9m Bereich der Einstiegslöhne für ungelernte Arbeitskräfte weiter deutlich (rund 9 Prozent) vom allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn ab.

Weiterhin gilt für die Branche ein unbefristeter, ebenso allgemeinverbindlicher Rahmentarifvertrag. Dieser regelt unter anderem 30 Urlaubstage, Zuschlagsregeln für Nacht-, Sonn- und Feiertage sowie Erschwernis- und Belastungszuschläge: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/die-branche/tarif-und-personal/rahmentarifvertrag

Für dieses Jahr hat der BIV der Gewerkschaft bereits reguläre Tarifgespräche zugesagt: „Als industrienahes Dienstleistungshandwerk geht es uns nur gut, wenn es der Wirtschaft gut geht“, so Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Tarifkommission. „Das ist weder aktuell noch perspektivisch der Fall, ganz im Gegenteil: Die Wirtschaft in Deutschland schwächelt, der Ausblick ist mehr als fragil. Insofern gehen wir von einer extrem herausfordernden Tarifrunde mit der IG BAU aus, die seit Monaten bereits mit massiven finanziellen Forderungen in die Öffentlichkeit strebt.“

Deutsche Meisterschaft im Gebäudereiniger-Handwerk 2023 – Sarah Lutz aus Baden-Württemberg setzt sich gegen neun Gesellen durch und erkämpft sich den Bundessieg

09.11.2023

Mehr als 100 Gewerke beteiligen sich jedes Jahr an Europas größtem Berufswettbewerb: der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk“! Natürlich auch die Gebäudereinigung als beschäftigungsstärkstes Handwerk Deutschlands. Das heutige Bundesfinale in Düsseldorf konnte Sarah Lutz (20) aus Baden-Württemberg für sich entscheiden – sie war neben neun Gesellen als einzige Nachwuchs-Handwerkerin an den Start gegangen.

9Sarah Lutz hat nach dem Abitur 2021 in diesem Sommer ihre duale Ausbildung mit Bestnote abgeschlossen. Ihr Lehrbetrieb war ein Innungsunternehmen in Konstanz, ihre Berufsschule die „Gewerbliche Schule Metzingen“. Seit kurzem ist sie im FIGR (Forschungs- und Prüfinstitut für Facility Management) tätig. Ihre nächste Karrierestation ist die Meisterprüfung. Zweiter wurde Leon Hunte aus Niedersachsen vor Paul Knieper aus Rheinland-Pfalz. (Foto von links: Hunte, Lutz, Knieper, Quelle: BIV)9

Die drei Wettbewerbsbesten erhalten den mit insgesamt 4.500 Euro dotierten Carl-Gegenbauer-Preis des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Zudem kämpfen sie im folgenden Jahr um den mit 2.000 Euro dotierten „Newcomer-Preis“ der Branche.

Austragungsort war die Basilika St. Lambertus. Unter den Augen der achtköpfigen Jury ging es um die besten Leistungen an drei unterschiedlichen Stationen: Grundreinigung von Kirchenschutzglas, textile Grundreinigung von Polsterbelägen sowie maschinelle Reinigung des Natursteinbodens: „Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, für die Reinigung und damit den Werterhalt eines jahrhundertealten Wahrzeichens einer Stadt verantwortlich zu sein“, gratulierte Matthias Stenzel bei der Siegerehrung. Stenzel ist BIV-Vorstandsmitglied und zuständig für den Themenbereich der Beruflichen Bildung.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch von Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie nahm sich heute Morgen Zeit, um die Leistung der Gesellinnen und Gesellen zu würdigen. (Foto, Quelle BIV)

Ziel des Wettbewerbs ist es, die Vielfalt des Berufs näherzubringen und herausragenden Nachwuchs zu fördern. Teilnahmeberechtigt sind Gesellinnen und Gesellen, die ihre Prüfung mit mindestens „gut“ abgeschlossen, zum Zeitpunkt der Prüfung das 27. Lebensjahr noch nicht überschritten und sich zuvor in den Länderwettbewerben als Erste durchgesetzt haben.

Herbst-Konjunkturumfrage 2023

17.10.2023

Stimmungslage in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk eingetrübt // Bürgergeld verschärft Personalnot der Unternehmen

Die Stimmung der Unternehmen im Gebäudereiniger-Handwerk hat sich im Vergleich zur Frühjahrs-Umfrage 2023 wieder eingetrübt. Das ist ein Ergebnis der heute veröffentlichten Herbst-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Seit 2019 präsentiert der Verband zweimal im Jahr seine exklusiven Konjunkturdaten. Nur 24,7 % (Frühling: 40,5 %) der befragten Unternehmen haben demnach eine positive Geschäftserwartung für das laufende Jahr, 49,1 % (Frühling: 37,3 %) sehen die Geschäftssituation unverändert, 26,2 % (Frühling: 22,2 %) blicken mit einer negativen Prognose auf 2023. Der Ausblick auf 2024 bleibt ähnlich durchwachsen. Fokusthemen der Umfrage sind die ersten Auswirkungen des Bürgergelds auf die Unternehmen sowie der nicht vorhandene Bürokratieabbau durch die Bundesregierung.

Bürgergeld vs. Personalknappheit

Auf der Bewertungs-Skala der Unternehmen (1=keine Sorge bis 10=große Sorge) gibt es mit 8,8 große Sorge, dass das Bürgergeld zunehmend in Konkurrenz zum Lohnerwerb tritt. Laut Umfrage spüren viele Unternehmen bereits jetzt erste Auswirkungen des Bürgergelds, welches 2024 um mehr als 12 % steigen soll: 28,4 % der befragten Unternehmen geben an, dass bereits mehrere Beschäftigte mit konkretem Verweis auf das Bürgergeld gekündigt bzw. eine Kündigung in Aussicht gestellt haben. Weitere 40 % bestätigen diesen Trend, sprechen aber noch von Einzelfällen. 31,6 % können einen Negativeinfluss des Bürgergeldes auf die Personalsituation bisher nicht bestätigen.

„Dass das neue Bürgergeld bei sieben von zehn Unternehmen in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk die Personalnot verschärft, sollte die Politik dringend alarmieren“, bewertet Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich die Zahlen. „Die Balance zwischen Fordern und Fördern sowie sozialem Ausgleich und Anreiz zur Arbeit muss von der Politik dringend im Auge behalten werden – sonst droht eine gefährliche Entwicklung für den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und die Leistungsfähigkeit unseres Standortes.“

Bürokratieabbau: Schlechte Noten für die „Ampel“

Eindeutig negativ fällt das Urteil der Unternehmen zum Thema Bürokratieabbau durch die Bundesregierung aus. Auf der Bewertungsskala (1=kein Fortschritt bis 10=großer Fortschritt) liegt der Durchschnittswert bei außerordentlich niedrigen 1,8.

Damit ist es der „Ampel“ laut befragten Unternehmen bisher in keiner Weise gelungen, Deutschland digitaler, bürokratieärmer und moderner zu machen. Mit diesem Versprechen war die Bundesregierung unter anderem angetreten.

e nicht abgebrochen werden dürfen, sondern auch um Tätigkeiten wie die der Objektleiter, die im Vertrauen des Arbeitgebers auf das Einhalten der gesetzlichen Vorgaben ihren Arbeitsablauf flexibel und eigenverantwortlich gestalten“, so Wolfgang Molitor.

Ausblick 2024

Die Geschäftserwartungen für das kommende Jahr bleiben durchwachsen: 29,2 % der befragten Unternehmen haben positive, 38,3 % gleichbleibende und 32,5 % negative Geschäftserwartungen.

Heutige Bundestags-Anhörung: Gebäudereiniger-Handwerk fordert Flexibilität und Formfreiheit bei der Arbeitszeitaufzeichnung

09.10.2023

Heute Nachmittag befasst sich der Ausschuss für Arbeit und Soziales im Bundestag im Rahmen einer öffentlichen Anhörung mit dem Thema Arbeitszeiterfassung. Dazu gibt es Anträge von der Unionsfraktion sowie der Fraktion DIE LINKE. Im Rahmen der Verbändeanhörung hat sich der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) mit einer Stellungnahme beteiligt. Zudem ist Hauptgeschäftsführer Wolfgang Molitor als Gast geladen. Dieser machte vor der Anhörung noch einmal die klare Position der Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks deutlich.

„Arbeitszeitaufzeichnungen sowohl in elektronischer als auch in Papierform sind gängige und seit Jahren bewährte Mittel unserer stark heterogenen und ortsunabhängig arbeitenden Dienstleistungsbranche – und diese zwei Möglichkeiten müssen auch bleiben“, so Wolfgang Molitor. Es sei mitnichten Aufgabe der Politik, völlig unterschiedlichen Branchen und Unternehmen in pauschaler Form vorzuschreiben, wie Arbeitszeiten zu erfassen sind.

Eine Pflicht zur ausschließlich digitalen Arbeitszeiterfassung sei in der betrieblichen Praxis des Gebäudereiniger-Handwerks – anders als etwa in einer Behörde oder einem festen Unternehmenssitz – schlichtweg nicht umsetzbar, so der Hauptgeschäftsführer. Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger seien tagtäglich in mehr als 100.000 externen Objekten bundesweit im Einsatz: „Hier muss es Flexibilität und Formfreiheit bei der Art der Arbeitszeitaufzeichnung geben.“ Nicht unterschätzt werden dürfe zudem das Akzeptanzproblem unter vielen Beschäftigten, die gerade bei der elektronischen Arbeitszeitaufzeichnung ein verstärktes Gefühl der Überwachung haben.

Vertrauensarbeitszeit

Auch beim Thema Vertrauensarbeitszeit setzt der BIV auf praxistaugliche Regelungen. Demnach seien hinsichtlich der Arbeitszeiterfassung Ausnahmen zuzulassen, wenn die Dauer der Arbeitszeit nicht bemessen und/oder vorherbestimmt ist oder von Beschäftigten selbst bestimmt werden kann. „Da geht es nicht nur um Anwälte, die Fristen nicht verstreichen lassen dürfen oder Wissenschaftler, deren Experimente nicht abgebrochen werden dürfen, sondern auch um Tätigkeiten wie die der Objektleiter, die im Vertrauen des Arbeitgebers auf das Einhalten der gesetzlichen Vorgaben ihren Arbeitsablauf flexibel und eigenverantwortlich gestalten“, so Wolfgang Molitor.

„Tag des Handwerks“ – Gebäudereiniger lassen Eingangs-Lettern am „Haus des Deutschen Handwerks“ in Hochglanz erstrahlen

13.09.2023

Am kommenden Samstag, den 16. September 2023, findet zum 13. Mal der „Tag des Handwerks“ statt. An diesem Datum schaut die Republik auf Deutschlands Handwerkerinnen und Handwerker. Mehr als 100 Gewerke werben im Rahmen von unzähligen Aktionen für die Leistungsfähigkeit, die Vielfalt und die Karrierechancen im Handwerk. Natürlich beteiligt sich auch die Gebäudereinigung, mit knapp 700.000 MitarbeiterInnen Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk, in Form eines ganz besonderen Projekts. Dieses fand heute Mittag im Rahmen eines Fototermins in Berlin statt.

Zum bevorstehenden „Tag des Handwerks“ haben Gebäudereiniger-Gesellen den Schriftzug über dem Eingangsportal des historischen „Haus des Deutschen Handwerks“ in Berlin-Mitte professionell gereinigt und in Hochglanz erstrahlen lassen. Das 1908 fertig gestellte und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäude ist heute Eigentum und Sitz des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

Für die manuelle Reinigung der Messing-Buchstaben in circa 4 Metern Höhe kam eine Scheren-Arbeitsbühne zum Einsatz. Die vom Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) initiierte Aktion wurde filmisch begleitet und wird zum „Tag des Handwerks“ kommuniziert.ierung an die ursprünglichen Aussagen hält und tatsächlich nachhaltig die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und damit auch für unser Handwerk stärkt.“

„Es ist immer eine besondere Ehre, geschichtsträchtige Gebäude zu reinigen. Damit unterstreichen wir nicht nur die Besonderheit unseres Handwerks, vor allem unterstreichen wir damit eine unserer Kernaufgaben: Reinigung ist Werterhalt und stellt einen wesentlichen Baustein der Nachhaltigkeit dar“, so Tanja Cujic-Koch, Unternehmerin aus Berlin und Mitglied im BIV-Bundesvorstand. Ganz besonders bedankte sie sich beim „Hausherren“, dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) Jörg Dittrich, der den Fototermin mit seiner Teilnahme unterstützte.

Berlin ist und bleibt derweil auch in der kommenden Woche der wichtigste Ort für die Reinigungsbranche und -Industrie. Und zwar findet mit der „CMS Berlin“ vom 19. bis 22. September eine der zentralen europäischen Fachmessen für Reinigung und Hygiene statt. Die Messe war pandemiebedingt im Jahr 2021 ausgefallen.

Die Fotos sind für redaktionelle Zwecke freigegeben – Quelle BIV/Berno Buff [Tanja Cujic-Koch, Mitglied BIV-Bundesvorstand, Handwerkspräsident Jörg Dittrich, Ramon Sander, Gebäudereiniger-Geselle]

„CMS Berlin“ // Messe-Spezial-Podcast Teil 03 – Im Gespräch mit Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich: „Klein-Klein, Diskussion, Streit – die ‚Ampel‘ hat ihren ursprünglichen Drive verloren“

12.09.2023

In genau einer Woche ist es so weit: Nach vierjähriger Pause (Pandemieausfalls im Jahr 2021) startet mit der CMS Berlin eine der wichtigsten Reinigungsfachmessen in Europa: „Treffen mit anderen Menschen, netzwerken, enger persönlicher Austausch jenseits von Zoom und Co. – darauf freue ich mich“, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich in der heute veröffentlichten dritten und finalen „Glanzstück“-Podcast-Trilogie. Veranstalter ist die „Messe Berlin“, Trägerverbände sind der Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO), der Fachverband Reinigungssysteme im VDMA sowie der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Neben dem Ausblick auf die bevorstehende „CMS Berlin“ spricht Thomas Dietrich im BIV-Podcast über die aktuellen Herausforderungen des Gebäudereiniger-Handwerks sowie ausführlich über die Bundespolitik.

Dabei fällt das Urteil des Bundesinnungsmeisters mit Blick auf die „Ampel“ aktuell mehr als kritisch aus: „Die Koalition hat ihren ursprünglichen Drive, den sie zum Anfang hatte, leider verloren“, so Thomas Dietrich. „Es gibt viel Klein-Klein, Diskussion und Streit, es gibt parteipolitische Ränkespiele und Aufwiegeln gegeneinander. Es gibt nicht mehr den großen Wurf.“

Negativbeispiele gebe es zur Genüge, so Thomas Dietrich: Eingriffe in und permanente politische Diskussionen um die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns, keine praxistauglichen Vorschläge beim Arbeitszeitgesetz und ein Bürgergeld, welches wenig geeignet scheint, arbeitsfähige Menschen für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Zudem habe die Koalition trotz öffentlicher Ankündigungen noch immer nicht die Abschaffung der Steuerklassen-Kombination 3/5 umgesetzt: „In Summe: Wir haben zurzeit nicht die Hoffnung, dass sich die Bundesregierung an die ursprünglichen Aussagen hält und tatsächlich nachhaltig die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und damit auch für unser Handwerk stärkt.“

Ganz in alter Stärke dagegen sieht der Bundesinnungsmeister die „CMS Berlin“. Thomas Dietrich hofft, dass die Messe trotz des Corona-Ausfalls vor zwei Jahren nahtlos an das Rekordergebnis des Jahres 2019 anschließen kann. Das Erfolgsgeheimnis der Messe? „Die CMS ist die Messe, die den höchsten Praxisanspruch hat und die sich am stärksten an den Bedürfnissen der Besucher und Aussteller orientiert.“

Neben vielen Innovationen rund um die Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Robotik freut sich der Bundesinnungsmeister besonders auf das „Praxisforum“. Dieses ist das inhaltliche Angebot der drei Trägerverbände an alle Fachbesucherinnen und Fachbesucher. Jeden Messetag wird es insgesamt rund 25 Fachvorträge ganz unterschiedlichster Themen geben: von Marketing für Unternehmen über Ausschreibungsmodalitäten, Nachhaltigkeit, IT-Sicherheit bis hin zu konkreten Reinigungstechniken.

Den Podcast mit Thomas Dietrich finden Sie auf allen bekannten Plattformen sowie auf der Webseite des BIV:https://www.die-gebaeudedienstleister.de/service/presse-kommunikation/podcast-glanzstueck/podcast-folgen-2023

„CMS Berlin“ // Messe-Spezial-Podcast Teil 02 – Im Gespräch mit Frank Ulbricht, Vorsitzender des Fachverbandes Reinigungssysteme im VDMA

15.08.2023

Die „CMS Berlin“ als eine der wichtigsten europäischen Reinigungsfachmessen rückt näher. Anlass genug, sich in „Glanzstück“, dem Podcast des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV), mit der CMS zu beschäftigen, die vom 19. bis 22. September stattfindet. Veranstalter ist die Messe Berlin. Hinzu kommen neben dem BIV zwei Trägerverbände – der Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO), dessen Vorsitzender Markus Häfner erster Gesprächsgast im Podcast war. In der heute veröffentlichten Folge sprechen wir mit Frank Ulbricht. Der Vorsitzende des Fachverbandes Reinigungssysteme im VDMA (Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau) spricht über seine Erwartungen und die Situation der Branche.

„Die Messe kombiniert auf ideale Weise eine hohe Qualität der Aussteller und Ausstellungsflächen mit einem attraktiven Rahmenprogramm“, so beschreibt Frank Ulbricht die spezifische Stärke der „CMS Berlin“. Neben dem persönlichen Austausch nach der langen Corona-Pause freut sich der Verbandsvorsitzende vor allem auf die zahlreichen Innovationen, die auf der CMS mit dem „Purus-Innovation-Award“ besonders im Fokus stehen. Der Award zeichnet Produkte, Tools und Systeme aus, die durch hohe Anwendungsqualität und eine überragende Gesamtkonzeption überzeugen.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung – diese zwei Themenfelder werden laut Frank Ulbricht besonders breiten Raum einnehmen. In Sachen Digitalisierung hätten sich die Hersteller in den vergangenen Jahren besonders der Automatisierung und Robotik angenommen. „Hier erwarte ich tolle neue Maschinen und Ausstellungsstücke.“ Auch KI spiele in den Produkten bezüglich selbstlernender Systeme, aber auch in der Unterstützung und Verbesserung von Prozessen schon eine große Rolle. Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit seien Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit der Maschinen, gute Wartung und Services sowie die stärke Nutzung von recycelten Materialien.

Die „CMS Berlin“ fällt für die Gerätehersteller wirtschaftlich in eine Phase, die Frank Ulbricht als „unsicheres Umfeld“ beschreibt. Die Unternehmen agieren weiterhin „vorsichtig und zurückhaltend“ bei Investitionen. Kosten für Energie und Personal haben zugenommen. Die Unsicherheiten der Weltwirtschaft belaste die stark exportabhängige Branche weiterhin.

Den Podcast mit Frank Ulbricht finden Sie auf allen bekannten Plattformen sowie auf der Webseite des BIV: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/service/presse-kommunikation/podcast-glanzstueck/podcast-folgen-2023
Nächster Gesprächsgast wird im September Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks, sein.

„CMS Berlin“ // Messe-Spezial-Podcast | Im Gespräch mit Markus Häfner, Vorsitzender des Fachbereichs Gebäudereinigung im Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO)

26.06.2023

„Glanzstück“ Episode 26 bildet gleichzeitig den Auftakt zu einer Trilogie: Und zwar wollen wir diese und die beiden nächsten Podcast-Folgen des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) der „CMS Berlin“ widmen, die vom 19. bis 22. September in der Hauptstadt stattfindet. Die CMS gehört zu den wichtigsten europäischen Messen für Reinigung und Hygiene, mit zuletzt fast 450 Ausstellern aus 120 Ländern und mehr als 20.000 Fachbesuchern. Veranstalter ist die Messe Berlin, hinzu kommen drei Trägerverbände: der Fachverband Reinigungssysteme im Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA), der BIV sowie der Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO). Markus Häfner, Vorsitzender des Fachbereichs Gebäudereinigung im IHO, macht im heute veröffentlichten Messe-Spezial-Podcast den Auftakt.

„Sehr große Wiedersehensfreude“, das ist das vorherrschende Gefühl bei Markus Häfner gut 10 Wochen vor dem Start der „CMS Berlin“. Die pandemiebedingte Absage im Jahr 2021 sei schmerzhaft, angesichts des Infektionsgeschehens aber auch im Nachhinein folgerichtig gewesen. Apropos Corona – verdaut habe seine Branche die Krise noch immer nicht, so Häfner: „Wir haben zwar keine Lockdowns mehr, aber immer noch eine reduzierte Flächennutzung. Ich persönlich glaube, dass ein gewisser Effekt bleiben wird. Die Zahlen der Branche zeigen: Trotz der massiven und notwendigen Preisanpassungen der letzten Jahre liegen die Umsätze auf Vorkrisenniveau.“

Personalmangel, Digitalisierung und Nachhaltigkeit – auch für Markus Häfner sind das drei der ganz großen Themen, die es auf der Messe miteinander zu erörtern gelte: „Der Mangel an Arbeitskräften muss über eine zunehmend automatisierte Reinigung ausgeglichen werden. Für die Forderung von Endkunden nach Nachhaltigkeitskonzepten müssen belastbare Lösungen aufgezeigt werden. Zugleich müssen die Prozesse vereinfacht und digitalisiert werden.“investiert haben. Insofern ist es eine echte Kampagne aus der Branche für die Branche!“

Digitalisierung bedeute zum Beispiel die Installation von smarten Dosieranlagen, die ferngewartet werden können, relevante Daten ermitteln und automatisierte Bestellvorgänge auslösen können. Zudem erwartet Markus Häfner, dass viele Anbieter auf der CMS ihr Sortiment mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit noch einmal erweitert und verbessert haben: „Faktisch gibt es heute eine Vielzahl von Hochleistungsprodukten, die auf natürlichen Inhaltsstoffen basieren, hervorragend abbaubar sind und die Reinigung erheblich unterstützen.“

Den Podcast mit Markus Häfner finden Sie auf allen bekannten Podcast-Plattformen sowie auf der Webseite des BIV:https://www.die-gebaeudedienstleister.de/service/presse-kommunikation/podcast-glanzstueck/podcast-folgen-2023

Nächster Gesprächsgast im August wird Frank Ulbricht sein, Vorsitzender des Fachverbandes Reinigungssysteme im VDMA.

Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) gibt Startschuss für neue Video-Kampagne – Erstmals Content für TikTok

23.05.2023

Mit der Veröffentlichung von mehr als sechzig Videos unterschiedlichster Machart, Stile und Formate gibt der BIV heute den Startschuss für seine neue Kampagne. Ziel ist es, gerade junge Menschen imagefördernd, modern und mit Bewegtbild auf die große Vielfalt der Tätigkeiten, auf technische Innovationen sowie auf die starken Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten hinzuweisen. Der Verband wird die Videos in den kommenden Monaten in seinen sozialen Netzwerken veröffentlichen und für mehr Informationen auf seine Azubi-Webseite www.reinindiezukunft.de verlinken.

Alle Videos stehen den Landesverbänden und Innungen sowie den Mitgliedsbetrieben zur Verfügung – für den Einsatz auf Messen, bei Veranstaltungen oder im Social-Media-Bereich. Die Kampagne ist vom Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit unter Vorsitz von Holger Eickholz konzipiert, im April 2023 bei der Frühjahrssitzung des Ausschusses in Frankfurt am Main freigegeben und bei der Mitgliederversammlung Anfang Mai in Heidelberg erstmals präsentiert worden.

Gerade um junge Menschen zu erreichen, gehört die Produktion von Bewegtbild seit einigen Jahren zum strategischen Kommunikations-Schwerpunkt des Verbandes. „Markenkern dieser Kampagne ist eindeutig die Authentizität!“, so der Vorsitzende des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit Holger Eickholz. „Wir sind besonders stolz darauf, dass insgesamt 15 Nachwuchs-Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger – vom Azubi bis zum Gesellen – ihre Zeit, ihre Botschaft und ihre Persönlichkeit in die Kampagne investiert haben. Insofern ist es eine echte Kampagne aus der Branche für die Branche!“

Die Kampagne ist unterteilt in vier Video-Sequenzen: „Technik“, „Botschaften“, „Statements“ und „Influencer“. Für die „Statement“-Videos zum Beispiel standen Deutschlands beste Gesellen des „Bundesleistungswettbewerbs“ 2022 in Bremen geschlossen zur Verfügung. Für die „Influencer“-Videos, mit denen der Verband erstmals seinen neuen TikTok-Kanal zum Leben erwecken wird, konnte der BIV zwei Auszubildende gewinnen. TikTok ist als Kommunikationskanal für Verbände oftmals noch Neuland, mit Blick auf eine deutlich jüngere Zielgruppe jedoch die zurzeit vielversprechendste Plattform.

BIV-Imagefilm zum „Bundesleistungswettbewerb“ in Bremen für „mediaV-Award 2023“ nominiert

16.05.2023

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) ist in der „Kategorie Bewegtbild“ erneut für den „mediaV-Award“ nominiert worden – und zwar für seinen Filmbeitrag zum jüngsten „Bundesleistungswettbewerb“ in Bremen: https://youtu.be/wyzQkYLstQo

Bereits 2021 wurde der BIV für seine Corona-Kampagne #Rückendeckung mit dem Award ausgezeichnet, der alle zwei Jahre vom „Verbändereport“ für herausragende Kommunikationsleistungen an Verbände, Agenturen und Medienschaffende vergeben wird. Die BIV-Videoproduktion gehört in der Kategorie „Bestes Bewegtbild“ zu den insgesamt drei Finalisten:

Kategorie „Bestes Bewegtbild“ – 3 Nominierungen:

Schlaue Tiere trinken Wasser
diabetesDE e.V. – Deutsche Diabetes-Hilfe

Virtueller 360°-Rundgang in einem Betonfertigteilwerk mittels VR-Technik
Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e. V. & perscape GmbH

Imagefilm – Bundesleistungswettbewerb in Bremen
Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV)

Die Produktion von Bewegtbild gehört seit einigen Jahren in zunehmendem Maße zum strategischen Kommunikations-Schwerpunkt des BIV. Auf Beschluss des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit unter Vorsitz von Holger Eickholz wird der „Bundesleistungswettbewerb“ seit 2019 filmisch begleitet, so auch im Jahr 2022 in Bremen. Dort hatten die elf besten Gesellen im denkmalgeschützten „Haus des Reichs“ um den Titel des besten Nachwuchs-Gebäudereinigers Deutschlands gekämpft.

Die Preisverleihung findet am 12. Juni 2023 in Köln statt. Weitere Informationen zum Award finden Sie hier: https://www.media-v-award.de/nominierungen-media-v-awards-2023/

BIV-Podcast „Glanzstück“: Im Gespräch mit Bundessiegerin Sarah Lutz

15.05.2023

Im Gespräch mit Sarah Lutz: Deutschlands beste Nachwuchs-Gebäudereinigerin über Zukunftspläne, Werbung fürs Handwerk und ihren Handshake mit Bundeskanzler Olaf Scholz

 

Außergewöhnliche Wochen liegen hinter Sarah Lutz, nachdem die Baden-Württembergerin Anfang November in Düsseldorf die „Deutsche Meisterschaft“ im Gebäudereiniger-Handwerk für sich entschieden hat: eine Vielzahl an Interviews und Presseterminen, die offizielle Siegesfeier des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) mit allen Bundessiegern in Berlin sowie ein Besuch auf dem Stand des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) beim SPD-Bundesparteitags Mitte Dezember in der Hauptstadt. Genau dort haben wir uns mit der Gesellin zum Gespräch verabredet – für die heute veröffentlichte letzte „Glanzstück“-Podcast-Folge des Jahres.

Und plötzlich stand er da – Bundeskanzler Olaf Scholz. Erst als Gesprächsgast auf dem gegenüberliegenden Stand der „Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)“, dann nach kurzem Zuruf neben Sarah Lutz und einer Show-Scheibe zur Präsentation der Glasreinigung auf dem BIV-Stand: „Er hat mich gefragt, wie es zu meinem Bundessieg gekommen ist und hat mir alles Gute gewünscht“, erzählt Sarah Lutz im Podcast. „Eine einmalige Erfahrung – man trifft nicht jeden Tag den Bundeskanzler und schüttelt seine Hand.“

Eine einmalige Erfahrung für Sarah Lutz war auch ihr Bundessieg. Drei Reinigungsaufgaben galt es für die insgesamt zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu bewältigen. Dabei habe es die ein oder andere Neuerung gegeben, so Sarah Lutz, etwa die Kirchenglas-Reinigung mit Bimsmehl. Vor allem aber nach der Polsterreinigung habe sie nicht mehr an den Titel geglaubt: „Ich habe die Flecken einfach nicht wegbekommen, so wie ich es mir vorgestellt habe. Da bin ich ziemlich ins Schwitzen gekommen.“

Auf ihren Titel, den sie als einzige Gesellin im Wettbewerb erkämpft hat, ist Sarah Lutz stolz und widmet ihn allen jungen Frauen im Handwerk. Insgesamt wünscht sich die 20-Jährige mehr Werbung für das Handwerk, speziell an Schulen oder im Social-Media-Bereich. Ihren Karriereweg nach dem Abitur bezeichnet sie selbst als „exotisch“, der Großteil ihres Freundes- und Bekanntenkreises habe sich nach der Schule eindeutig für ein Studium entschieden. „Es sorgt dann immer wieder für Staunen, wenn ich erzähle, dass ich als Gesellin mit 20 Jahren schon in Leitungspositionen arbeiten könnte. Da fehlt das Wissen um die Vielfalt und Karrierechancen im Handwerk. Hier gibt es Nachholbedarf.“

„Glanzstück“ – zu hören auf allen Podcast-Plattformen sowie im Web-Player des BIV: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/service/presse-kommunikation/podcast-glanzstueck/podcast-folgen-2023

Energieeffizienz & Nachhaltigkeit im Gebäudereiniger-Handwerk – BIV-Podcast „Glanzstück“ mit Marcus Gast vom Umweltbundesamt (UBA)

15.05.2023

Vor kurzem hat der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) für seine Mitgliedsunternehmen den Flyer „Energiesparbeiträge durch das Gebäudereiniger-Handwerk“ herausgebracht (Anhang). Kernfrage: Wie können Dienstleister im Zusammenspiel mit Kunden durch Maßnahmen Energie und Kosten sparen und damit auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten? Ob Reinigungsmittel auf Konzentrat-Basis, optimierter Einsatz der Fahrzeugflotte oder Verzicht auf Müllbeutel – Ideen gibt es viele, wie unser Gesprächspartner Marcus Gast vom Umweltbundesamt (UBA) in der heute veröffentlichten Podcast-Folge_25 erörtert. Zu hören ist der monatliche BIV-Podcast „Glanzstück“ auf allen bekannten Plattformen sowie im Web-Player des BIV: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/service/presse-kommunikation/podcast-glanzstueck/podcast-folgen-2023

Der wohl größte Beitrag zur Energieeinsparung erfolgt bei der Umstellung auf die sog. Tagesreinigung. Die Reinigung während der Nutzungs- bzw. Öffnungszeiten gebe es auch im Umweltbundesamt, so Marcus Gast, der als Ingenieur für Biotechnologie seit 25 Jahren im Bereich Wasch- und Reinigungsmittel für das UBA tätig ist. Die Tagesreinigung sei nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit, sondern auch aufgrund besserer Arbeitszeiten für das Personal schlüssig. Allerdings könne die Umstellung auch zu kleineren Konflikten führen: „Dass sich manche Kollegen am Morgen gestört fühlen, wenn die Tür aufgeht und das Reinigungspersonal die Mülleimer entleeren möchte – da gab es schonmal Diskussionen.“

Für Unternehmen, die nachhaltiger wirtschaften wollen, kommen laut Marcus Gast viele sinnvolle Einzelaspekte in Betracht: optimierte Transportwege, energiesparende Technik, Arbeiten mit Konzentraten. Jedes Unternehmen müsse jedoch einen individuellen Plan erstellen, denn bei weitem passe nicht jeder Nachhaltigkeitsprozess in jeden Betrieb: „Wir haben nach wie vor den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.“

Aus Sicht des UBA ist ein zentraler Wunsch, dass Reinigungsprodukte möglichst schadstoffarm sind, was den Gesundheitsschutz betrifft: „Duftstoffe zum Beispiel können bei den Mitarbeitenden Allergien auslösen. Weil bei uns die Beschäftigten häufig darauf reagieren, haben wir bei uns aus genau diesem Grund eingeführt, dass die Produkte duftstofffrei sein müssen“, so Marcus Gast. Der Markt sei in Sachen ökologisch vorteilhafter Produkte flexibler geworden.

Frühlings-Konjunkturumfrage Stimmungslage in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk zeigt leicht nach oben // Fokusthema Integration: Jedes fünfte Unternehmen beschäftigt Geflüchtete aus der Ukraine

09.05.2023

Die Stimmung der Unternehmen im Gebäudereiniger-Handwerk hat sich im Vergleich zur deutlich defensiven Herbst-Umfrage 2022 leicht aufgehellt. Das ist ein Ergebnis der heute veröffentlichten Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Seit 2019 präsentiert der Verband zweimal im Jahr seine exklusiven Konjunkturdaten. 40,5 % (Herbst: 31,3 %) der befragten Unternehmen haben demnach positive Geschäftserwartungen. 37,3 % (Herbst: 30,2 %) erwarten gleichbleibende Geschäfte. 22,2 % (Herbst: 38,5 %) blicken mit negativer Prognose auf das laufende Jahr. Größte Herausforderung bleibt die Personalgewinnung. Die Umfrage unterstreicht in diesem Zusammenhang die integrative Rolle der Gebäudereinigung für den Arbeitsmarkt. So ist es 21 % der befragten Unternehmen seit Ausbruch des Krieges gelungen, Geflüchteten aus der Ukraine eine (vorübergehende) Beschäftigung zu geben. Ernüchternd dagegen ist die Tatsache, dass dies fast dreimal so vielen Unternehmen (61 %) trotz Anstrengungen nicht gelungen ist. Häufig genannter Grund für das Scheitern: Bürokratie.

Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich bewertet die Zahlen mit Licht und Schatten. Zum einen würden diese die Integrationsleistung, die Vielfalt und Toleranz der Branche deutlich unterstreichen. Rund 40 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Gebäudereinigung haben schon heute keinen deutschen Pass. Dass es fast zwei Drittel der Unternehmen dagegen nicht geschafft hätten, Menschen aus der Ukraine einzustellen, sei mit Blick auf die ohnehin angespannte Personalsituation frustrierend. Dabei begründet mehr als ein Viertel der Unternehmen (26,7 %) die gescheiterten Bemühungen mit zu hohem Bürokratieaufwand: „Wenn Behördenwirrwarr, Dauer der Bearbeitung oder fehlende Arbeitserlaubnisse für unsere Betriebe die größten Hürden darstellen, sind das hausgemachte Probleme, die die Politik schnellstmöglich abräumen muss. Mehr Tempo, weniger Bürokratie – so muss das Motto beim Thema Einwanderung lauten!“, so Thomas Dietrich. Weitere Herausforderungen sind nach Aussage der Betriebe Sprachbarrieren, fehlende Unterkünfte sowie Betreuungsmöglichkeiten für Kinder.

Skepsis gegenüber 4-Tage-Woche und Bürgergeld

Ob die häufig diskutierte Vier-Tage-Woche ein zentraler Baustein für die Beschäftigtengewinnung sein kann, ist in der Branche umstritten. In der Bewertungsskala (1 = nicht vorstellbar bis 10 = sehr gut vorstellbar) liegt der Durschnitt der Meinungen mit 4,6 im Mittelfeld.

Einigkeit dagegen herrscht bei der Bewertung des neuen Bürgergelds. Auf der Skala (1 = positiv bis 10 = negativ) liegt das klare Negativurteil der Unternehmen bei durchschnittlich 8,3. Demnach bezweifelt ein Großteil, dass die Bürgergeld-Reform eine Anreizwirkung für den Arbeitsmarkt hat.

Tarifautonomie: Kritik an der „Ampel“-Koalition

Deutlich gelitten hat zudem der Ruf der Bundespolitik in Sachen Lohnfindung bzw. Tarifautonomie. Auf die Frage, ob die Unternehmen dem Wort der Bundespolitik noch trauen, sich bei der anstehenden gesetzlichen Mindestlohnrunde herauszuhalten, liegt der Durchschnitt auf der Bewertungsskala (1 = kein Vertrauen, 10 = großes Vertrauen) gerade einmal bei 2,7.

Das Gebäudereiniger-Handwerk hat aufgrund des politischen Eingriffs der Bundesregierung in den gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2022 in vorgezogenen Tarifverhandlungen mit der IG BAU seine beiden allgemeinverbindlichen Branchenmindestlöhne auf 13 Euro bzw. auf 16,20 Euro erhöht. Zum 1. Januar 2024 steigen die Tariflöhne auf 13,50 Euro bzw. auf 16,70 Euro. Der Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn gehört zum Markenkern der Tarifpolitik der Unternehmen im Gebäudereiniger-Handwerk.

An der Online-Umfrage haben sich im Zeitraum vom 28. März bis 16. April 2022 bundesweit knapp 400 Mitgliedsunternehmen beteiligt.

presseinformationen/detail/herbst-konjunkturumfrage-2023

Auch diesmal haben wir unsere Unternehmen zu dem Thema befragt. Schließlich ist es erklärtes Ziel des Bürgergeldkonzepts der Bundesregierung, Menschen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt weiterzubilden, zu qualifizieren und ihnen einen Berufsabschluss zu ermöglichen. 85,7 % der befragten Unternehmen ist es seit Einführung des Bürgergelds zum Januar 2023 nicht gelungen, Menschen aus dem Bürgergeldbezug für eine Arbeit, eine Weiterbildung, Qualifizierung oder auch eine Ausbildung zu gewinnen. 9,4 % konnten diese Frage nicht beantworten. 4,9 % der Betriebe gaben an, Menschen aus dem Bürgergeld für die Gebäudereinigung gewonnen zu haben.