In der kommenden Woche ist es so weit: am Dienstag, den 24. Februar 2026, gibt der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) in Stuttgart den Startschuss für seine Kongressreihe zum Themenfeld öffentliche Vergabe. Der BIV macht sich im Austausch mit den ausschreibenden Kommunen stark für einen Wechsel vom reinen Preiswettbewerb hin zur qualitätsorientierten Vergabe. Weitere Termine in Köln, Hannover, Berlin und Frankfurt folgen.
In der heute veröffentlichten „Glanzstück“-Folge ist Oliver Knedlich Gesprächsgast. Er führt ein Unternehmen mit fast 3000 Beschäftigten im Nordrhein-Westfälischen Remscheid. Im Ehrenamt ist er aktiv als Obermeister der Innung Remscheid/Solingen, Vorstandsmitglied im Landesinnungsverband Nordrhein-Westfalen, im BIV-Ausschuss Technik & Betriebswirtschaft – zudem leitet er den BIV-Arbeitskreis zum Thema öffentliche Vergabe. Wie viele Unternehmen beteiligen sich überhaupt noch an öffentlichen Ausschreibungen? Warum schreiben Städte oder Kommunen überhaupt so intensiv über den Preis aus? Welche Kriterien sollten neben dem Preis stärker gewichtet werden? Zu hören in: „Glanzstück“ – auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über unsere BIV-Webseite.
Das Ziel ist für Oliver Knedlich klar definiert. „Das Know-how in den Kommunen ist nicht immer da – an diese richtet sich unser Kongress. Wenn wir nicht ins Gespräch kommen, wird sich an der Ausschreibungsmentalität nichts ändern.“
Laut BIV-Zahlen beteiligen sich 56 Prozent der Mitgliedsfirmen an öffentlichen Ausschreibungen. Fast 40 Prozent berichten, dass ausschließlich über den Preis ausgeschrieben wird. Mehr als 40 Prozent geben an, dass 75 Prozent über den Preis entschieden werde: „Diese Preiszentrierung ist ein unglaublich schlechtes Instrument“, so Oliver Knedlich. „Wenn ich rein preislich ausschreibe, muss ich mich nicht wundern, dass ich den Billigsten bekomme. Und der Billigste macht das billig – ganz einfach!“
Mit seinem Arbeitskreis, neuen Vergabepublikationen und der Kongressreihe macht der BIV einen neuen Anlauf, mit den öffentlichen Vergabestellen bundesweit intensiv in den Austausch zu treten. Denn Reinigungsdienstleistungen auszuschreiben, sei eben nicht trivial, so Oliver Knedlich. „Neben dem Preis müssen andere Punkte mindestens genauso viel wiegen, fifty-fifty: Nachhaltigkeit, Qualitätssicherung, Personalmanagement.“
Natürlich geht es in der aktuellen „Glanzstück“-Folge auch um die wirtschaftlichen Perspektiven. Auf 2026 blicken die BIV-Unternehmen mehrheitlich skeptisch. Neben den großen geopolitischen Ursachen wie Ukrainekrieg oder Trump-Zöllen sind für Oliver Knedlich viele Probleme hausgemacht: Bürokratie, hohe Krankenquoten, vor allem viel zu hohe Arbeitskosten. Viel Optimismus hat der Unternehmer mit Blick auf die Bundesregierung allerdings nicht: „Ich möchte kein Politiker sein, schon gar nicht in einer Großen Koalition. Das ist grausam, weil dort zwei Wirtschaftsansätze aufeinanderprallen, die eigentlich nicht zueinanderpassen. Und was soll dann dabei rauskommen?!“
„Glanzstück“ – zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über unsere BIV-Webseite