Zur Lohntarif-Einigung im November 2024 hat die Zusage beider Sozialpartner gehört, sich ab November 2025 zu Gesprächen über eine mögliche Jahressonderzahlung für IG-BAU-Mitglieder zu treffen. Dieser sog. „Gewerkschaftsbonus“ beträfe ausschließlich Reinigungskräfte, die sowohl IG-BAU-Mitglied sind als auch in einem Innungsbetrieb arbeiten. Rund ein Jahr lang hat der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) in seinen Gremien beraten, gefolgt von der ersten Tarifrunde im November 2025 in Frankfurt am Main. Nach weiteren internen Diskussionen hat die zuständige BIV-Tarifkommission nun einstimmig beschlossen: ein zweites Treffen zwischen IG BAU und BIV wird es nicht geben. Nach Jahren der Rezession und Stagnation sind weitere finanzielle Belastungen für die Unternehmen ohne spürbare wirtschaftliche Erholung schlicht unverantwortlich, warnt der Unternehmensverband.
Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission Christian Kloevekorn:
„Bereits die erste Verhandlungsrunde hat unmissverständlich gezeigt, dass die IG BAU die wirtschaftliche Realität vieler Betriebe ausblendet. Trotz fortgesetzter Stagnation, massiv gestiegener Kosten und erheblicher wirtschaftlicher Unsicherheiten hält die Gewerkschaft an Forderungen fest, die unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht verantwortbar sind.
Damit fehlt jede tragfähige Grundlage für sachgerechte und zielführende Tarifgespräche. Vor diesem Hintergrund haben wir nach intensiven internen Diskussionen diese Tarifrunde bewusst und auf Grundlage eines einstimmigen Beschlusses unserer Gremien beendet.
Die Betriebe stehen derzeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Zusätzliche tarifliche Belastungen sind nicht darstellbar. Wer diese Realität ignoriert, gefährdet nicht nur einzelne Unternehmen, sondern auch Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stabilität der gesamten Branche.“