Die dritte Verhandlungsrunde in Köln ist nach 12-stündiger Beratung ohne Ergebnis beendet worden. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hatte zuvor ein neuerliches Angebot mit einem Plus von insgesamt 3,8 Prozent für die mit Abstand größte Lohngruppe 1 vorgelegt. Der Tarifvertrag soll nach BIV-Vorschlag zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die erste Entgelterhöhung soll zum 1. Mai 2027 wirksam werden. Demnach würden die allgemeinverbindlichen Stundenlöhne für ungelernte Reinigungskräfte von derzeit 15 auf 15,30 Euro (2 Prozent) und von 1. Januar 2028 an auf 15,58 Euro (1,8 Prozent) steigen. Die IG BAU beharrte auf ihrer Anfangs-Forderung von mehr als 13 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Diese weist der BIV seit Juni aufgrund der extrem angespannten wirtschaftlichen Situation kategorisch zurück. Ein weiterer Verhandlungstermin ist noch nicht terminiert.
Hierzu erklärt der Vorsitzende der BIV-Verhandlungskommission Christian Kloevekorn:
„Wir sind der Gewerkschaft erneut entgegengekommen. Damit haben wir unsere Kompromissbereitschaft unter Beweis gestellt. Was wir allerdings nicht mitmachen, ist ein Tarifpoker auf Kosten der ökonomischen Realität.
Die konjunkturelle Lage ist ernst. Massiv steigende Kosten, insbesondere bei den Sozialabgaben, und eine spürbar nachlassende Kundennachfrage setzen unserem Handwerk zu. Die Lohnforderung der IG BAU sind mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit unserer Betriebe nicht ansatzweise vereinbar.
Wir stellen nach drei Runden fest: die IG BAU hält gebetsmühlenartig an ihrer Maximalforderung fest und ignoriert die wirtschaftlichen Argumente der Arbeitgeberseite konsequent.
Das ist keine ernsthafte Verhandlungsstrategie, sondern die demonstrative Verweigerung eines Tarifkompromisses.“
3. Verhandungsrunde in Köln (Quelle: BIV)






