Meister im Gebäudereiniger-Handwerk

Der Meister im Gebäudereiniger-Handwerk stellt die klassische Weiterqualifizierung dar. Obwohl mit der letzten Änderung der Handwerksordnung der Meisterzwang im Gebäudereiniger-Handwerk gefallen ist, erfreut sich der Meisterbrief nach wie vor großer Beliebtheit. Eine qualifizierte Weiterbildung ist heutzutage mehr denn je erforderlich, um ein Unternehmen wirtschaftlich führen zu können oder in verantwortungsvolle Führungspositionen zu gelangen.  Deswegen ist der Meisterbrief der Schlüssel, mit dem sich neue Wege und Möglichkeiten eröffnen.

Mit dem Meistertitel stehen dem Gebäudereinigermeister allerdings auch noch weitere Möglichkeiten offen. Der Meisterbrief berechtigt auch ohne Nachweis der Hochschulreife zum Zugang zu den Bachelor-Studiengängen.
 

Inhalte der Vorbereitungslehrgänge

Teil I:                                                 
  • Objektbeschreibungen und Aufmaßskizzen anfertigen, Leistungsbeschreibungen vornehmen, Bedarfsplanungen vornehmen und Kalkulationen erstellen, Schäden und Mängel an zu bearbeitenden Oberflächen oder Untergründen dokumentieren
  • Aufbereitungs-, Desinfektions- und Reinigungsarbeiten unter Berücksichtigung relevanter Faktoren durchführen
  • Arbeiten dokumentieren und Nachkalkulationen anfertigen
  • Gespräche fach- und kundengerecht führen
 
Teil II: 
  • Anforderungen von Kunden eines Gebäudereiniger-Betriebs analysieren, Lösungen erarbeiten und anbieten
    • Kundenwünsche und die Rahmenbedingungen zu deren Erfüllung analysieren und bewerten und daraus Anforderungen ableiten
    • Lösungsmöglichkeiten entwickeln, erläutern und begründen
    • Angebote kalkulieren, erstellen und erläutern sowie Leistungen vereinbaren
 
  • Leistungen eines Gebäudereiniger-Betriebs erbringen, kontrollieren und übergeben
    • Erbringen der Leistungen vorbereiten
    • Leistungen erbringen
    • Leistungen kontrollieren, dokumentieren und abrechnen sowie das gereinigte Objekt ordnungsgemäß übergeben
 
  • Einen Gebäudereiniger-Betrieb führen und organisieren
    • Betriebliche Kosten analysieren und für die Preisgestaltung und Effizienzsteigerung nutzen
    • Marketingmaßnahmen zur Kundengewinnung und -pflege erarbeiten
    • Betriebliches Qualitätsmanagement entwickeln
    • Personal unter Berücksichtigung gewerbespezifischer Bedingungen planen und anleiten, Personalentwicklung planen
    • Betriebs- und Lagerausstattung sowie Abläufe planen
 
Teil III: 
  • Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beurteilen
  • Gründungs- und Übernahmeaktivitäten vorbereiten, durchführen und bewerten
  • Unternehmensführungsstrategien entwickeln
 
Teil IV: 
  • Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
  • Ausbildung vorbereiten und Einstellung von Auszubildenden durchführen
  • Ausbildung durchführen
  • Ausbildung abschließen
 

Ausbildungsdauer der Vorbereitungskurse

Die Vorbereitungslehrgänge werden als Vollzeitkurse oder als berufsbegleitende Teilzeitkurse (auch Abendkurse und Wochenendkurse) angeboten. Vollzeitkurse dauern 6 - 10 Monate; Teilzeitkurse ca. 18 Monate.
 

Anbieter von Vorbereitungskursen

Die berufsbegleitenden Teilzeitkurse werden über die Innungen in fast allen Bundesländern angeboten. Vollzeitkurse werden nur an den Meisterschulen in Düsseldorf und Metzingen angeboten:

Bundesfachschule für das
Gebäudereiniger-Handwerk
Handwerkskammer Düsseldorf
Georg-Schulhoff-Platz 1
40221 Düsseldorf
Tel.: 0211 8795-423/424
Fax: 0211 8795-422
infozentrum@hwk-duesseldorf.de
www.hwk-duesseldorf.de

Meisterschule für das
Gebäudereiniger-Handwerk
Gewerbliche Schule Metzingen
Max-Eyth-Straße 5
72555 Metzingen
Tel.: 07123 9655-0
Fax: 07123 9655-19
poststelle@gewerbeschule-metzingen.de
www.gewerbeschule-metzingen.de
 

Zulassungsvoraussetzungen

  • abgeschlossene Gesellenprüfung im Gebäudereiniger-Handwerk oder
  • entsprechende Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf

Prüfungsablauf

Die Meisterprüfung umfasst vier selbstständige Prüfungsteile:
 

  • Teil I: Meisterprüfungsprojekt und ein darauf bezogenes Fachgespräch sowie eine Situationsaufgabe
  • Teil II: Lösung umfänglicher und zusammenhängender beruflicher Aufgaben und Nachweis der besonders fachtheoretischen Kenntnisse der behandelten Handlungsfelder
     
  • Teil III: Nachweis der beruflichen Handlungskompetenz hinsichtlich der Analyse und Bewertung betriebswirtschaftlicher, kaufmännischer und rechtlicher Probleme sowie Aufzeigen von Lösungswegen; Dokumentation und Berücksichtigung aktueller Entwicklungen
  • Teil IV: Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse sowie der Kompetenz hinsichtlich der Ausbildung von Lehrlingen (Auszubildenden) zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Berufsausbildung


Meisterschüler, die bereits die Meisterprüfung in einem anderen Handwerk bestanden haben, sind von der Prüfung in den Teilen III und IV befreit.
 

Meister-BAföG

Es besteht die Möglichkeit der Inanspruchnahme des „Meister-BAföG“. Über diese und weitere Fördermöglichkeiten beraten Sie die Meisterschulen und Handwerkskammern.